1
Sep
2014

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Ein Fiasko

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Putin schmiedet unterdessen in aller Ruhe an ein neues Lager in dieser Welt, unabhängig von dem Westen, der an seiner Arroganz gepaart mit völliger Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten auf dem Weg der Niederlage erstickt.

Glaubt jemand im Ernst ohne Putin den aggressiven Islamismus besiegen zu können?
Wohin gelangen wohl die deutschen Waffenlieferungen, die eine dumme Regierug beschlossen hat?
70 % der deutschen Bevölkerung soll dagegen sein, demokratische Kontrollen wurden ausgehebelt...
Der Pfaffe Gauck, Sohn von Eltern, die beide Mitglieder der NSDAP waren, umarmt den polnischen neuen EU-Rats Präsidenten Tusk, der sich nur in einer Sache "auszeichnet", nämlich ein Russenfeind zu sein.
Beide sind sich einig Russland mit dem Hitlerreich zu vergleichen ... wohin wollen diese Irren noch stolpern in ihrem Hass gegen ein Riesenland, in dem Tausende Atomwaffen betriebsbereit sind?
Der Weltfrieden ist nur mit Russland zu retten... Herr Gauck, Russland hatte im Kampf gegen den Führer und sein Reich, das Ihre Eltern vertraten, über 20 Millionen Opfer zu beklagen... vergessen über das billige Schwafeln von Freiheit und Demokratie?
72

31
Aug
2014

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Regensonntag

Die kühle Luft ist durch den Regen gewaschen und erfrischt durch die offenen Balkontüren die ganze Wohnung als gäbe es für die Welt eine Verjüngungskur. Eine Katze sitzt draußen auf dem Tisch und wittert, eine andere sitzt in der Wohnung und beobachtet sie dabei.

Eine Nachbarin und militante Nichtraucherin war eben an der Tür und wrang verschlagen die Hände, weil allabendlich kleine Rauchschwaden sich nach oben schlängeln und ihr Fensterloch finden, ob wir da nicht eine Einigung finden könnten.
Ja, sagte ich, ich kümmere mich drum und schloss ihr die Tür wieder vor der Nase.
Wenn die Rauchschwaden tatsächlich so kompakt sind, dass sie auf den Weg über den offenen Hof zusammen halten, können wir ja ein Band drum wickeln und einen schönen Nachtgruß drauf schreiben...
Soll ich mir den Sonntag verdrießen lassen, von Augenaufschlag „selbstverständlich können Sie in Ihrer Wohnung rauchen wie Sie möchten“?
Nein, diese Nachbarn haben eh die Seele von missgünstigen Schnüfflern, einmal sagte mir der Mann, dass sie manchmal das Ohr an den Fußboden legen, um heraus zu finden, was wir gerade im Fernsehen schauen! So vertreiben sich diese Leute ihre Zeit :-)
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, sage ich beschwichtigend zu meiner Mitbewohnerin, wenn 's dem Nachbarn nicht gefällt.

Ich fordere hiermit alle Autofahrer der Stadt auf, das Autofahren einzustellen, weil mich die Abgase belästigen. Ach, wie gern würde man auf einer Insel wohnen ganz für sich allein.

Nach dem kalten Krieg träumten die Menschen von einer neuen friedlichen Welt. Der Eindruck ist ein gegenteiliger. Nicht zuletzt durch die allgegenwärtigen Medien macht ein Gefühl sich breit wie Rauchschwaden, dass die Welt gerade dabei ist auseinander zu brechen. Das ist aber gar nicht der Fall, zwar sind die Kriege zahlreicher, aber zu Zeiten des Kalten Krieges gab es Tausende mehr Tote, sei es Korea, Kambodscha, Vietnam oder Afrika, und dann auch Afghanistan.... Am Anfang dort noch die Russen, das war böse und später die Amis, das war gut..
Man muss das immer so sehen, Söldner in der ukrainischen Armee einschließlich der faschistischen sind gut, Russen sind böse, Separatisten sind alles Russen.
Islamisten sind alle böse, halt, die auf einmal gegen Isis-Islamisten kämpfen sind gut. Jedenfalls so lange, wie es noch Isis gibt, dann sind wieder alle böse.

Und wir sitzen da wie früher die fetten Römer an üppig gedeckten Tischen, schlemmen uns satt und geben den Gladiatoren Ratschläge, Daumen hoch, Daumen runter.

Der Vater meiner kenianischen Frau war früher ein Kämpfer der Mau-Mau-Bewegung. Eine heute offiziell so eingeschätzten "Freiheitsbewegung" gegen die Engländer.
Eine Bedingung für die Mau-Mau-Kämpfer aufgenommen zu werden in ihren Reihen war es einen abgeschnittenen Kopf eines Engländers vorzuzeigen.
Nachdenklich betrachte ich diesen Satz. Nein, er ist keine Entschuldigung für den Terror der ISIS-Kämpfer.
Nur, was wissen wir eigentlich wirklich über diese Welt da? Die viel gerühmten und natürlich geschmähten Geheimdienste können vielleicht meinen Computer ausforschen, aber nicht diese bösen Buben. Sonst wären sie ja wohl eher der ISIS zum Beispiel auf die Schliche gekommen.
Bis heute haben sie doch keine Ahnung...

Bringen Waffen an die Kurden den Frieden in die Region?
Bringen Waffen überhaupt irgendwo in der Welt Frieden?

Von Obama sind wir eh alle enttäuscht. Werden wir eines Tagen auch von Franziskus enttäuscht sein?

Mein Wort zum Sonntag.
Möge eine kühle Luft die verklebten Gedanken in den Köpfen auflösen.
Es gibt kein Gut und Böse.
Und manchmal ist alles nicht so einfach, wie ein Katholik es sich denkt :-)
96

25
Aug
2014

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Hans-Werner und die Frau

ein alter Text, aktualisiert und passend gemacht :-) noch mal vordatiert, und dann bin ich hier aber raus für heute :-)

„Wissen Sie“, sagt die Frau und beugt sich am Tisch des Straßencafés über ihren Milchkaffee, „man muss nie aufhören zu träumen, und man muss immer versuchen, sich seine Träume zu erfüllen.“
Hans-Werner fröstelt etwas. Es ist eigentlich viel zu kalt, draußen zu sitzen, aber das gehört offenbar zu den Träumen der Frau, da musste er durch. Bald ist Ostern. Dann wird es wieder zu warm sein, wir leben in einer Zeit der Klimaverirrungen.
In Gedanken nennt er sie „Eine-Träume-muss-sein-Frau.“
Er trinkt auch einen Schluck Milchkaffee.
„Haben Sie etwas dagegen, wenn ich rauche?“
„Nein, nein“, beteuert die Frau, „wir sitzen ja an der frischen Luft.“
„Möchten Sie auch eine?“
„Nein, danke, ich bin Nichtraucherin.“
Die von der Agentur müssen bescheuert sein, Hans-Werner inhaliert den Rauch, sie können doch nicht eine Nichtraucherin mit einem Raucher vermitteln. Er lehnt sich zurück. Die Frau sieht unglücklich aus.
Aus dem Haus nebenan kommt eine junge Frau. Sie ist auf eine unkonventionelle Art gutaussehend. Neulich las er ein Buch, da war von einem Mann die Rede, der auf konventionelle Art gutaussehend war. Darüber hat er nachgedacht. Das geht, man kann so oder so aussehen, und gut aussehen. Er würde gern mit der Frau darüber reden, aber das interessiert sie eher nicht. Sie ist auf eine Partnerschaft fixiert, oder.
„Mein Geschiedener ist auch ein Raucher. Wir hatten das Problem ganz gut im Griff, er ging zum Rauchen immer auf den Balkon.“
Das ist so eine Sache mit dem „Auf-dem-Balkon-rauchen“. Schnell dokumentiert das ein eifriger Nachbar, der sich extrem belästigt fühlt heutzutage.
Hans-Werner verkneift sich ein Grinsen.
„Wie lange sind Sie denn eigentlich schon getrennt?“
Vorsichtig bläst er den Rauch etwas zur Seite.
„Zwei Jahre“, jetzt steigen der Frau die Tränen in die Augen.
Was denkt sich die Agentur, eine Nichtraucherin, die über die Trennung von ihrem Ehemaligen nicht drüber wegkommt, was sollte er mit ihr anfangen? Ein Gespräch über Putin und die Krim? Die Amerikaner haben gesagt, dass es nicht mit dem Völkerrecht vereinbar ist in ein fremdes Land einzumarschieren. Die Amerikaner!
Interessiert das die Frau? Nein, sie ist Partnerschaft fixiert.
Eigentlich müsste Hans-Werner jetzt aufstehen und gehen.
Ihm fällt Ulli Hoeneß ein, der sein Urteil akzeptiert hat, weil das seiner Vorstellung von Ehre und Anstand entspricht. Die Bundeskanzler hat diesem Kriminellen ihren Respekt versichert deshalb. Das ist sie den deutschen Wählern schuldig und den Bayernfans. In Wahrheit hat sich der Hoeneß wahrscheinlich ausgerechnet, dass er bei einer Revision nicht so günstig wegkommt. Das ist wie mit dem Rauchen auf dem Balkon, schnell ist man erwischt.
Aber darüber möchte die Frau bestimmt auch nicht reden.
„Er hatte eine Jüngere gefunden“, die Frau flüstert.
„Und Sie lieben ihn immer noch?“
Die Frau nickt und schnäuzt sich.
Politiker und Prominente und Ehre und Anstand, das geht nicht zusammen, denkt er, da braucht man das Rauchen auf dem Balkon als Schmäh und Ablenkung, denkt er und schaut der jungen Frau nach, die unkonventionell gut aussehend ist. Sie raucht im Freien und läuft aufreizend langsam.
In Pankow könnte man das per Handy an die Polizei melden, denkt er.
Hans-Werner beugt sich etwas vor.
„Warum, um Himmels willen, treffen Sie sich da mit mir?“
„Es ist“, sagt sie... „ja?“ fragt Hans-Werner... „ich habe gehört“, sagt sie... „was?“ fragt Hans-Werner... „es ist aus mit der Jungen“, sagt sie...
Erleichtert fällt die Frau in sich zusammen, sie strahlt ihn an.
Hans-Werner lacht laut. Er drückt seine Zigarette an seinen Schuhabsatz aus und schnippst sie weit weg. Die Frau runzelt die Stirn. Sie runzelt sie noch mehr, als sie eh schon runzlig ist, denkt er und grinst.
„Was wollen Sie von mir?“
Die Frau lächelt und hält etwas den Kopf zur Seite, eigentlich sieht sie ganz niedlich aus. Sie könnte eigentlich ganz niedlich aussehen, wenn sie nur nicht so Partnerschaft fixiert wäre, denkt er. Meine Güte, in dem Alter muss man doch nicht mehr für Kinder sorgen oder so was, da kann man doch mal ein bisschen frei sein und locker denken!
Sie kramt plötzlich in ihrer Handtasche.
Hans-Werner nestelt nach der nächsten Zigarette. Was geht hier ab?
„Ich möchte, dass Sie ihn anrufen, von Mann zu Mann gewissermaßen. Ich liebe ihn doch immer noch, und er mich auch, das fühle ich.“
Ihr Blick ist flehend und feucht.
„Ich würde Ihnen das nie vergessen und Sie immer in meinem Herzen tragen, als einen guten Freund.“
„Das können Sie nicht im Ernst meinen“, Hans-Werner nimmt irritiert einen zusammen zerknüllten Zettel entgegen.
„Er heißt Kurt“, sagt die Frau.

Am Abend wählt Hans-Werner die Telefonnummer.
„Ja“, fragt ein Mann.
„Sind Sie Kurt?“ fragt Hans-Werner.
„Ja, warum?“
„Ich heiße Hans-Werner und hätte etwas mit Ihnen zu bereden, ich habe Ihre Verflossene kennen gelernt, wie wär’s auf ein Bier, Kurt?“
„Okay“, sagt Kurt, „ich kenne da 'ne Raucherkneipe. Ecke Schreiner- Samariterstraße, da können wir uns treffen.“
„Um acht?“
„Um acht.“
„Hören Sie“, sagt Kurt.
„Ja?“
„Die ist doch ganz nett.“
Hans-Werner lacht.
„Das scheint das Problem zu sein.“
Hans Werner legt auf.
Im Radio erzählen sie was von dem verschollenen Flugzeug.

Hätte er gesagt, dass sie ihn noch liebt, dann hätte Kurt womöglich – abgesagt.
174

24
Aug
2014

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1977

1977 ging Manfred Krug in den Westen. Ehemalige DDR-Bürger erinnern sich, wie schmerzlich für sie selbst diese Ausreise war, denn der Westen konnte mit seinen Stars prahlen, wir hatten Krug, den besten von allen.
Kurz zuvor war Biermann ausgebürgert, was den Normalbürger nicht so sehr grämte, halt ein Schwätzer und Wichtigtuer, aber Krug!
Insgeheim wussten alle, da gehts auch eines Tages mit dem Land zu Ende :-)
Der gute Mann ist ja schon etliche Jahre im Ruhestand und vertreibt sich nach einer überstandenen dramatischen Krankheit die Zeit mit Schreiben von Geschichten und gelegentlichen Gesangsauftritten.
Neulich erzählte eine Schauspielerin wie sie nach einer späteren Ausreise in den Westen einen Tipp von Krug bekam:
"Gehe nie in eine Talkshow, da verlierst du dein Geheimnis."
Tja, lang ists her und damals gab es wohl noch kein Internet :-))
Schönen Sonntag Abend wünschend.

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47

22
Aug
2014

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Betty und John - ein verspäteter Western zum Frauentag

eine alte Geschichte, die uns zeigt, wo Männer noch Männer sein dürfen, mit einem lebhaften Augenzwinkern erneut veröffentlicht :-). Vielleicht gibt es ja noch Frauen auf der Welt, die lachen können ohne mit den Zähnen zu knirschen, grins, Löschtaste inclusive



Die Sonne leuchtet wie eine rote Fackel über die Hügel der Prärie als John nach Hause kommt. Der Wind bläst sanft und trocken über das Land und riecht nach Gras wie ein müder Sheriff, der im Schaukelstuhl seinen Rausch ausschläft, während auf der staubigen Straße die Jungs von der Millerranch vorbei reiten, um im Saloon mit Whisky den Sand von den Zähnen zu spülen… doch die kleine Stadt ist weit entfernt hinter den Hügeln.
John schwingt sich vom Gaul und bindet den Zossen an einen Zaunpfahl.
Betty beobachtet seine Ankunft durchs Küchenfenster und wirft zwei riesige und saftige Steaks in die Pfanne. Aus einem Stall blöken die Schafe, als wollen sie noch mal hinaus auf die Weide. Aus einem anderen Stall wiehern die Pferde.
Mit weiten Schritten geht John zum Haus, die ledernen Chaps knirschen über den Knien. Es war ein verdammt harter Tag…
Er stößt die Tür auf und kommt wie ein knurriger Gruß herein, sein Stetson segelt an den Nagel im Balken.
„Hallo, mein Schatz“, sagt Betty mit zwitschernder Stimme, „wie war dein Tag?“
John fällt auf den Stuhl und sagt:
„Normal wie immer.“
Er dreht ein Glas herum, das auf den Tisch steht und schenkt sich aus der Flasche ein, die auch auf dem Tisch steht.
Betty wendet die Steaks in der Pfanne.
„Hast du mir nicht mehr zu erzählen?“ zwitschert sie da vom Herd.
John antwortet nicht. Er kramt aus der Westentasche eine Zigarrenstumpen hervor, den er mittels eines Streichholzes, den er an der Stiefsohle entflammt, anzündet und pafft drei Wolken an die Stubendecke.
„Was gibt es da noch mehr zu erzählen“, sagt er jetzt nach einem tiefen Zug aus dem Glas, „morgen müssen wir los, hinter den drei Bergen soll sich eine wilde Pferdeherde aufhalten, die fangen wir uns.“
Er grinst. Der Geruch der Steaks zieht durch den Raum wie ein Versprechen.
Betty kommt an den Tisch. Sie setzt sich ihm gegenüber.
„Wie lange bist du dann weg?“ fragt sie.
„Keine Ahnung, zwei Wochen vielleicht.“
John gähnt.
„Das hätten wir aber beide besprechen sollen“, sagt Betty und streicht mit der linken Hand die bunt karierte Tischdecke glatt.
John stutzt.
„Wie besprechen?“
Betty lächelt.
„Aber wir sind doch Mann und Frau, da muss man alles, was in der Ehe geschieht, miteinander besprechen.“
John schaut sie erstaunt an. Sein Blick wird etwas abwesend.
„Ich glaube, die Steaks brennen an“, sagt er und lächelt etwas nachsichtig.
Betty springt auf und eilt zum Herd.
John trinkt noch einen Schluck und raucht noch ein paar Züge.
Bis Betty den Teller vor ihn hinstellt mit Steaks und Bohnen, die dampfen.
John beugt sich vor, zieht ein Messer aus dem Stiefel, haut die Gabel ins Fleisch und säbelt sich ein Stück ab. Dann kaut er breit wie ein Grizzly und trinkt ab und zu einen Schluck wie ein durstiges Pferd.
Betty sitzt ihm gegenüber, hat die Ellenbogen aufgestützt und betrachtet ihn nachdenklich.
John stutzt. Er schaut sie an.
„Was denkst du gerade?“ fragt sie.
„Nichts“, sagt John.
Und isst weiter. Zweimal rülpst er.
„Du könntest eigentlich auch mal kochen“, zwitschert Betty.
John hält inne.
„Und was machst du?“ fragt er.
Betty guckt an die Decke.
„Frauensache“, sagt sie dann.
„Wie kommst du darauf?“ fragt John.
„Übers Internet“, antwortet Betty und senkt etwas die Augen, „ich habe da eine Freundin aus Europa gefunden…“
„Und da kochen die Männer?“ fragt John.
Es wird etwas schummrig und Betty zündet eine Kerze an.
„Ja“, sagt sie dabei beiläufig, “die Männer kochen, beteiligen sich an der Hausarbeit, rauchen nicht im Haus, sondern davor. Pinkeln nicht im Stehen…“
John unterbricht sie.
„Wie pinkeln denn die Männer?“
„Im Sitzen“, antwortet Betty und lächelt triumphierend.
„Wie die Frauen?“
„Ja.“
John schweigt und isst.
„Woran denkst du?“ fragt Betty.
„An nichts“, sagt John.
„Ich weiß ja gar nicht, ob du mich überhaupt noch liebst“, sagt Betty.
John schiebt den Teller von sich.
Er schaut Betty an.
Dann sagt er träge:
„Wir sind dreißig Jahre verheiratet, unsere Tochter hat in der Hauptstadt das Supertalent gewonnen, unser Sohn macht Karriere in der größten Bank des Landes und du fragst mich, ob ich dich noch liebe…“
Er lehnt sich nach hinten und wartet.
„Ja“ antwortet Betty fast sanft und lächelt, „vielleicht müssen wir an unserer Beziehung arbeiten, dass sie funktioniert, Frauen haben auch Rechte.“
Darauf schenkt sich John neu ein Glas ein, das er in einem Zug austrinkt.
Betty wartet.
John starrt vor sich hin.
Dann sagt er:
„Im Internet eine Freundin aus Europa?“
„Ja, aus Deutschland“, sagt Betty, „sie kann sogar Englisch, dort lernen Frauen auch Fremdsprachen…“
John steht auf.
„Wo willst du hin?“ fragt Betty, als er in Richtung der Tür geht.
„Ich reite noch in die Stadt, die Jungs von der Millerranch wollen ein Pokerturnier starten.“
Betty schluchzt auf.
„Du hast nur das Kartenspiel und das Saufen im Kopf, ich bin total nebensächlich für dich.“
John hält kurz vor der Tür inne.
„Vergiss nicht, dass wir es einst einem Royal Flush verdankten, dass ich die Farm erwerben konnte, ein gutes Leben führen, unsere Kinder ihre Ausbildung erhielten…“
„Als ob das alles wichtig ist“, Betty schluchzt immer noch.
John dreht sich langsam um.
„Was soll denn sonst wichtig sein?“
„Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau!“
Betty schreit es fast heraus.
„Dass ich im Sitzen pinkle?“ fragt John ruhig.
„Zum Beispiel!“
John schaut sie lange an. Dann geht er zum Tisch, zieht den Colt aus dem Halfter und legt ihn dort hin.
Betty guckt ihn verwundert an.
„Falls du dich erschießen willst“, sagt John…
Wenig später hört sie das abklingende Hufgeklapper des alten Zossen.
Dann ist es ganz still über der Prärie.
Betty geht in die Ecke an den Computer und fährt diesen hoch, dass es stöhnt wie das Jaulen eines Coyoten.
Im Chat trifft sie ihre Freundin.
„Was macht die Frauenbewegung im Wilden Westen?“ liest sie auf Englisch.
„Er hat seinen Colt auf den Tisch gelegt, dass ich mich erschieße“, tippt Betty.
„Männer, eben, da musst du durch“, liest sie, „bleib stark.“
„Ich habe bloß Angst, dass er zu den Indianern reitet und sich eine Neue holt“, antwortet Betty, „die sind noch lange nicht so weit…“
561

Kleine Parkliebe

„Mit den Literaten habe ich nichts am Hut“, sagte er und kickte mir der Fußspitze eine Kastanie vom Weg. Dieses Jahr scheint der Herbst sich frühzeitig bereit zu machen wie ein eifriger Herbergsvater, der schon mal den Kamin anheizt, dachte er.
Sie tippelte neben ihn, und auf der Wiese saßen Krähen und schauten ihnen zu.
„Sie schreiben doch selbst“, sagte sie und hielt den Kopf gesenkt wie eine Schülerin, der die ganze Angelegenheit zu schwierig wird.
Er gab mit einer großen Geste die passende Antwort.
„Ja, aber es ist mir eher peinlich.“
Sie blieb stehen und sah ihn an.
Er blieb auch stehen und ließ es geschehen.
„Sie sind komisch“, sagte sie, „was haben Sie gegen Schriftsteller?“
„Das sind eitle selbstverliebte Narren, die sich viel zu wichtig nehmen.“
„Wichtig?“
Jetzt krächzte eine Krähe, und eine Windböe fuhr unter die Baumkronen, wie eine freche Schelmin, welche den Mädchen die Röcke hebt.
Er machte wieder eine große Geste.
„Tucholsky sagte mal, nichts ist schlimmer als wenn Literaten Literaten Literaten nennen.“
Und er grinste breit.
„Sie reden Unsinn“, schalt sie ihn und hakte sich unter, um mit ihm weiter zu gehen.
Oben ballten sich Wolken zusammen.
Sie gingen zehn Minuten ohne zu sprechen. Der Park war groß wie ein Land der Sehnsucht.
Er dachte, wenn ich wirklich schreiben könnte, würde ich darüber schreiben, dass es schon kühl geworden ist, und dass die Hand des Mädchens in meiner Tasche ganz warm ist, als würde ich ein Küken hüten. Und das macht mir ein zärtliches Gefühl.
„Ich werde Sie jetzt küssen“, sagte sie plötzlich.
„Was!“
„Aber bilden Sie sich bloß nichts darauf ein“, sagte sie.
Er schaute sie an. Sie lächelte.
Eine Spur zu melancholisch, dachte er...
Für solche Dinge sind wir viel zu alt.
46

19
Aug
2014

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Lenin - Drama eines Diktators

gestern Nacht in Phoenix sah ich diesen Film. Leider gibt es da keine Mediathek. Aber man kann ihn sich besorgen. Und es lohnt sich wirklich.
Irgendwo heißt es wohl, er hätte den Verstand einer entsicherten Pistole gehabt.
Die Energie eines Massenmörders. Er liebte nicht die zu Befreienden, aber das Befreiungswerk, so ähnlich äußerte sich Gorki.

Lenin-Drama-eines-Diktators
47

17
Aug
2014

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Kleiner Sonntagstext

Kleiner Sonntagstext mit Shadows of Grey oder was ist ein typischer Blogeintrag?


Die Glocken läuten. Es ist kühl, und die Katze beobachtet mich schläfrig.
Der Sonntag gähnt, die Glocken sind still geworden, und jetzt hat die Katze die Augen zu.
In der Ferne fährt ein Auto.

In der Nacht sprachen mit mir Verstorbene. Allerdings machten sie mir keine Vorwürfe und das ist schon was. Sie sprachen über dieses und jenes und waren völlig entspannt. Ich hörte zu.
Dann erzählte ich, dass ich den ersten Band von Shadows of Grey gelesen habe.
Sie schüttelten besorgt den Kopf, dass ich so langsam verblöden werde.
Ach naja, ist doch bloß so 'ne Liebesgeschichte, wo der Mann als winziges Kind furchtbar verprügelt wurde und davon einen Knacks weg hat, die Frau, die ihn liebt, sich zum Ausgleich auch verprügeln lässt, um ihn zu retten. Ist nicht so schlimm, sagte ich im Traum.
Mein verstorbener Vater schämte sich da und verschwand. Meine Güte. Das ist sechzig Jahre her.
Und ich habe später keine Frau verprügelt, Papa!

Dann träumte ich von dem großen Welterklärer Peter Scholl-Latour, der gerade gestorben ist. Vor dem Einschlafen sah ich noch den letzten Bericht, den man mit ihm über sein Leben gedreht hatte, da war er schon neunzig.
Mit Demokratie, Menschenrechte und Freiheit, was die Journalisten angeblich immer so bewegt, hatte er gar nicht so viel am Hut. Das sind ja eh nur Phrasen. Er wollte immer nur beobachten und aufklären, was ist, aber wahrheitsgemäß. Er war nicht unbedingt ein Gesinnungsjournalist.
Moralisten gerade aus Deutschland siebzig Jahre nach der Hitlerzeit, verwunderten ihn eher.
Warum müssen wir neuerdings die Welt belehren? Ist eigentlich eine Frechheit. Das hat mir gefallen.
Die Katholiken wollen ihn für sich vereinnahmen. Er sagte, seine katholische Erziehung habe ihm dabei geholfen, später den Islam besser zu verstehen! Na ja.
Ich träumte eigentlich den ganzen Film nochmal.
Und dann wachte ich auf. Und es war noch dunkel.

Ich schaltete die Lampe an und las im Kindle Rezensionen von Shadows of Grey.
Einer schrieb, wenn man bei der Lektüre jedes Mal, wenn die junge Heldin errötet, einen Schnaps trinkt, ist man nach dem halben Buch schon breit.

Dann stand ich auf, weil ich so amüsiert war, konnte ich eh nicht mehr schlafen (ich kicherte wie Anastasia Steele vor mich hin) und versorgte die Katzen und dann so nach und nach mich.
Ich schreibe das hier nur hin, weil das so üblich ist in den Blogs. Hätte ich einen Fotoapparat zur Hand, würde ich noch meine Cappuccino fotografieren und das Bild reinstellen. Ich könnte ja meine Mitbewohnerin später bitten, mich zu fotografieren, wo ich gerade unrasiert bin und dann das Foto reinstellen...

Was mache ich nun?

Nein, den zweiten Band lade ich mir nicht runter :-)
Der erste Band hat ein gutes Ende. Sie macht mit ihm Schluss, diesen prügelnden Dreckskerl.
Da braucht 's für mich keinen zweiten oder sogar dritten Band.

So ist es, die Frauen sollten nicht die Männer retten, sondern erst mal sich selbst...

Na schönen Sonntag und sollten Sie weiblich sein, machen Sie sich um mich keine Sorgen, mir wird für den Rest des Tages schon was einfallen.
Um Gottes Willen, retten Sie mich nicht.

Jetzt kommt die Katze und will schmusen. Und so geht das. Dann kommt das und das und dann das nächste. Soll ich Sie damit langweilen?
173

15
Aug
2014

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Fünfundvierzig Jahre

alter Text, der auf der Festplatte herum lungert

„Das Leben ist in Wirklichkeit ganz kurz.“
Dieter hatte seine Hände übers Bäuchlein gefaltet und schaute recht bedeutungsvoll drein, als hätte er einen Satz von wahrer philosophischer Tiefe von sich gegeben.
Dieter und Thomas saßen fast allein in seiner kleinen Kneipe. In der Ecke an der großen verglasten Flügeltür hielt sich noch ein einzelner Gast auf. Er war groß, hatte schlohweißes Haar und trank mit einer gewissen Vornehmheit ein Glas Rotwein.
Thomas hatte sich wie Dieter auch in einem Korbsessel gemütlich gemacht und hielt auch seine Hände über das Bäuchlein gefaltet. Vor Thomas stand auf dem runden Glastisch ein Bier in einer Tulpe, halb ausgetrunken. Dieter trank eine Cola. Er griff nun nach den Zigaretten und zündete sich eine an. Thomas rauchte nicht.
Aus den Boxen der Musikanlage klangen gedämpfte Beatlesongs, original.
Thomas neigte sinnend den Kopf.
„Wie kurz ist denn das Leben?“
Er lächelte. So war Dieter gezwungen, sich anzustrengen und eine geistvolle Antwort von sich zu geben.
Der einzelne Gast beobachtete draußen die wenigen Passanten.
Dieter blies den Qualm schräg nach oben gegen die gespiegelte Decke.
„Genau genommen“, jetzt schaute er besonders bedeutungsvoll in die leicht amüsierten Augen von Thomas, „dreimal fünfzehn Jahre.“
Thomas kicherte verhalten.
„Aber das sind nur fünfundvierzig.“
„Richtig.“
Natürlich kannte Thomas Dieter lange genug, dass er wusste, dieser würde es nicht bei dem einen Wort bewenden lassen. Und er wartete.
Dieter reckte sich etwas in seinem Sessel zurecht. Und er setzte zu einer längeren Erklärung an, in deren Verlauf er sich so weit bemühte, das er seinen massigen Oberkörper nach vorne beugte, um seinen Worten mit einigen Gesten Nachdruck zu verleihen.
„Bis du fünfzehn bist, kannst du das Leben vergessen, da bist du eine namenlose graue Maus in der Masse, lässt dich in der Schule quälen, ohne zu wissen, was du möchtest, dann erst eigentlich beginnen die ersten fünfzehn Jahre, in denen du ein Ziel entwickelst, dass dir entspricht.“
„Und die zweiten fünfzehn?“
Thomas unterbrach Dieter nicht wirklich, er gab seinen Ausführungen nur eine kleine Unterstützung. Dieter lächelte dankbar.
„In den zweiten fünfzehn Jahren, da baust du dir was auf, da musst du wirklich ackern, um erfolgreich im Leben zu sein.“
„Hm“, Thomas dachte laut nach, „das wäre also von dreißig bis fünfundvierzig.“
Dieter strahlte, er fühlte sich verstanden.
„Und von fünfundvierzig bis sechzig?“
„Da bist du der Boss über dein Leben, du erntest die Früchte, bist mit dir im reinen, das ist genau das, was ich immer meinen jungen Leuten sagte.“
Thomas griff zum Bierglas und trank einen Schluck. Er wusste, dass Dieter diese nette kleine Kneipe nebenbei betrieb und noch der Chef einer gut florierenden Elektroinstallationsfirma war. Dort beschäftigte er zwölf Elektriker. Dieters Theorie schien sich an ihm selbst zu bestätigen.
„Und mit sechzig ist das Leben vorbei.“
Thomas’ Worte klangen ein wenig lakonisch.
„Na ja, klar, was willst du da noch erwarten.“
Inzwischen hatte sich Dieter wieder gemütlich angelehnt und trank einen Schluck Cola.
Thomas kicherte.
“So habe ich ja noch gute vier Jahre. Wie alt bist denn du eigentlich?“
Dieter ließ diese Frage in aller Ruhe rutschen, und er schlenkerte ein klein wenig das letzte Eis in seinem Colaglas.
„Okay, dir sag ich’s, achtundvierzig, für meine Leute bin ich dreiundvierzig.“
Tomas sah nachdenklich über Dieters Augen auf seine zerfurchte Stirn, die dünnen Haare hatte dieser straff nach hinten gekämmt und zu einem langen Zopf zusammengebunden. Dieter war auch im Winter braungebrannt, da er regelmäßig das Solarium besuchte.
Thomas wusste, dass Dieter allein lebte. Er sah etwas skeptisch drein.
„Wenn du dein Leben nur über Erfolg im Beruf definierst und über dein Bankkonto, bist du irgendwie arm dran“, er nutzte eine Pause, trank vom Bier und fuhr dann fort, „ich meine, nach sechzig, am Ende dann.“
„Dann weiß ich aber, dass ich ein gutes Leben hatte, und es ist eben vorbei.“
Dieter blieb ihm die Antwort nicht schuldig.
„Hast du eigentlich Kinder?“ fragte Thomas.
„Nein, wollte ich nie.“
In diesem Moment öffnete sich die Kneipentür und eine junge Frau kam herein.
Sie grüßte mit einem Nicken den älteren Gast, gab Thomas die Hand und Dieter ein Küsschen auf die Wange.
Natürlich, das ahnte Thomas aus Erfahrung, war sie eine Freundin einer der zwölf Elektriker aus Dieters Firma. Immer hatte eine Freundin gerade Liebeskummer, und Dieter war wie ein Papa für seine zwölf Angestellten. Sie bildeten gewissermaßen seine Familie. Dann kamen die Mädchen zu Dieter ins Lokal am Sonntag Nachmittag. Dieter sammelte die Küsschen von verschmähten Lieben ein wie Falläpfel. Manchmal konnte er auch einen verzehren. Thomas kannte seine Vorliebe für junge Frauen.
Dieter stand auf und holte für die junge Frau einen Saft.
Thomas lächelte.
„Wie geht es dir?“
Die junge Frau blieb ernst.
„Nicht so gut.“
„Liebeskummer?“
Jetzt lächelte sie doch, aber wehmütig.
„Ja, und Depressionen.“
In diesem Moment kam Dieter zurück an den Tisch und stellte das Saftglas hin.
„Siehst du, das ist das Problem mit den jungen Menschen, sie lassen sich hängen, anstatt zu kämpfen.“
Thomas schmunzelte. Irgendwie wirkte Dieter in der Anwesenheit der jungen Frau selbst auch jünger, als ginge ein Ruck durch seinen Körper.
„Wie sehen denn deine Depressionen aus?“
Er wandte sich an sie.
„Ich hänge nur rum, das Fernsehen langweilt mich, ich weiß nicht was ich machen soll.“
Thomas schaute sie prüfend an.
„Hast du einen Job?“
„Nee, arbeitslos.“
Sie schwiegen alle drei am Tisch, bis Dieter das Wort ergriff.
„Das ist das, was ich meine, jetzt verpasst du dein Leben.“
Er sprach zu der jungen Frau, aber auch für Thomas mit. Dieser führte das Gespräch weiter.
„Darf ich fragen, wie alt du bist?“
Sie schenkte Thomas einen kläglichen Blick.
„Fünfundzwanzig.“
Thomas setzte das Bier neu an und wischte sich den Schaum vom Mund.
„Dann hast du nach Dieters Theorie noch fünf Jahre, um herauszufinden, wie dein Leben aussehen soll.“
Dieter beugte sich vor und sah sie durchdringend an.
„Genau, du musst kämpfen, kämpfen, Mädchen.“
„In der Warteschlange des Arbeitsamtes? Soll sie sich vordrängeln?“
Thomas gab den Kommentar trocken von sich. Die junge Frau lächelte dünn.
„Du hast bestimmt Kinder.“
„Meine Tochter ist drei Jahre älter als du, und ich habe einen kleinen Enkel, aber aus der zweiten Ehe noch drei Stiefkinder.“
Dieter mischte sich mit einem Kommentar ein.
„Du definierst dich über Familie, und ich über Erfolg.“
„Richtig“, sagte Thomas, „wenn ich Glück habe, steht eine große Schar Kinder und Kindeskinder um mein Sterbebett, während du in einem Heim den letzten Seufzer allein von dir gibst.“ Er grinste und sprach weiter:
„Aber vielleicht findest du für deine alten Tage auch noch eine junge Gemahlin, für die du deinen Reichtum angesammelt hast, und die dich dann zu Tode pflegt.“
Zu seiner Überraschung erröten die junge Frau und Dieter gemeinsam. Er überschaute es diskret.
In diesem Moment stand der ältere Herr an ihrem Tisch und verbeugte sich formvollendet.
„Gestatten Sie, dass ich mich zu Ihnen setzte, ich lauschte Ihrem Gespräch und fand das ganz interessant.“ Der Mann sprach nur gebrochen deutsch.
Die junge Frau und Dieter rückten ein wenig nach hinten, so setzte sich der ältere Herr an Thomas’ Seite. Sein halb ausgetrunkenes Weinglas hatte er mitgebracht.
Thomas ergriff als erster das Wort in der neuen Runde.
„So haben Sie ja gehört, dass wir übers das Alter reden, eigentlich vom Sinn des Lebens.“
„Ja, richtig“, der alte Herr rollte das „R“, und ich fand das ganz interessant.“
„Darf ich fragen, wie alt Sie sind?“
„Fünfundsechzig.“
Alle schwiegen, bis der ältere Herr lachte, seine Augen funkelten.
„Ich weiß nach Ihrer Theorie bin ich schon tot.“
Die junge Frau schaute ihn unverwandt an.
„Aber Sie sind rüstig und haben eine gute Rente?“ Dieter gab sich höflich und respektvoll.
„Ich kann nicht klagen, es ist ausreichend“, antwortete der ältere Herr mit dem fremdländischen Akzent.
„Und haben Sie Kinder?“ fragte Thomas.
„Ja, ja, aber sie sind weit weg in Litauen, sehr erfolgreich übrigens.“
Thomas führte das Gespräch mit dem alten Herrn, während die junge Frau und Dieter zuhörten.
„Sie sind gerade Rentner geworden?“
Der alte Herr drückte sich sehr gewählt aus.
„Nein, nein, schon seit fünf Jahren arbeite ich nicht mehr.“
Thomas schwieg mit den anderen, aber der alte Herr ergriff die Initiative.
„Wissen Sie, ich pflege meine Frau, sie ist sehr krank.“
„Oh.“
Thomas schaute ihn an.
„Was für eine Krankheit...“
„Krebs“, unterbrach ihn der andere, „im letzten Stadium, sie kann nicht mehr aus dem Haus, und ich pflege sie.“
Die drei schwiegen etwas betreten.
„Wissen Sie“, sagte der alte Herr, „für uns ist jeder Tag schön, den wir noch erleben dürfen, schon am Morgen lachen wir, und heute sagte sie, du musst auch mal allein rausgehen, und da bin ich gegangen, ich war seit zehn Jahren in keiner Kneipe, es ist mir eine große Freude, Ihnen zuzuhören.“
Dieter und Thomas schwiegen. Plötzlich sprach die junge Frau.
„Sie wissen, was der Sinn des Lebens ist.“
Thomas und Dieter grinsten.
„Ja, ich weiß es“, antwortete der alte Herr lächelnd.
„Die Liebe“, flüsterte die junge Frau und errötete etwas.
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Ein Fiasko
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steppenhund - 2. Sep, 10:57
Ein Fiasko
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HARFIM - 2. Sep, 10:45
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steppenhund - 31. Aug, 18:40
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