1
Okt
2014

reloj para web uhr fur homepage

Stille

aus 2010

Die Stille der Wohnung ist da wie ein Naturereignis. Wie ein früher Morgen an einem einsamen See, wenn man verwundert aus dem Zelt schaut und feststellt, dass die Vögel noch schlafen. Ich lausche der Stille hinterher, ob sich nicht ein einzelnes Geräusch in ihr versteckt hat. Natürlich könnte ich aufstehen und das Radio einschalten, Jazzmusik zum Beispiel. Das würde die Stille vertreiben, aber will ich das?
Was fange ich mit der Stille an? Sie kann Gedanken ersticken oder auch frei machen. Ich bin völlig allein. Früher mussten sie die Seefahrer gekannt haben, als sie noch mit Segelschiffen fuhren und in eine Flaute gerieten. Niemand bewegt sich...

Ich könnte mir einen Filmanfang vorstellen. Eine lange Kameraeinstellung durch eine Wohnung, die Bilder sind ganz ruhig und lassen sich Zeit, die einzelnen Möbel abzutasten, der Blick des Betrachters ist das Kameraauge, unbestechlich scharf. Es bleibt an einer stehen gebliebenen Uhr hängen, so lange, bis jedem Betrachter klar ist, dass die Uhr eigentlich ticken müsste. Das tut sie aber nicht. Dann geht die Kamerafahrt weiter, alles müsste sehr ordentlich sein, Schlafzimmer, Flur, Küche, Toilette zurück ins Wohnzimmer. Dann bleibt das Auge auf der Rückseite eines hohen Sessels stehen. Mindestens eine Minute lang. Diese Stille müsste fast unerträglich werden. Dann wackelt die Kamera so, als wenn ein kleines Kind auf Zehenspitzen ginge und möglichst leise bleiben wollte. Um den Sessel herum und – dann Großaufnahme, ein Gesicht.
Ja, dort sitzt jemand wie in unsichtbare Fesseln geschlagen. Den Kopf wie durch eine geheime Kraft gegen die Sessellehne gedrückt. Ein Frauengesicht voller Angst, als würde jemand der Frau den Mund zuhalten. Die Augen wandern unstet hin und her. Blankes Entsetzen. Aber immer noch alles still.

Auf einmal müssten sich die Ereignisse überschlagen, und die Geräusche einschlagen wie ein Platzregen im Sommer. Die Kamera verwackelt die Bilder. Die Frau rennt durch die Wohnung, sie rennt gegen die Stille an, mit steifem Arm fegt sie die Bilder von einer Kommode. Die Kamera müsste eines dieser gerahmten Bilder in Zeitlupe verfolgen, wie es sich dreht in der Luft, um dann auf den Dielen zu zerspringen. Natürlich, das Porträt eines jungen Soldaten.
Indessen hört man Wasser rauschen. Die Frau dreht alle Wasserhähne auf, in der Küche, im Bad. Es geht ihr offensichtlich darum, die Stille zu zerstören, und die Zeit wieder in Gang zu setzen.
Jemand klopft laut an die Tür.
Dann das Übliche. Die Frau geht langsam und dreht die Wasserhähne zu, es klopft ununterbrochen. Sie öffnet die Tür. Zwei Offiziere in Paradeuniformen stehen im Flur.
Sind Sie Missis Sarah Miller, oder man kann ja einen beliebig anderen Namen wählen, sie flüstert fast tonlos, ja, wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass Ihr Mann Sergeant Paul Miller für sein Vaterland den Heldentod gestorben ist.

Die Frau lässt die Tür ganz langsam zufallen und setzt sich in den Sessel. Es ist wieder still. Ganz still, wie am Anfang. Wir sind wieder am Anfang des Films.
Die Kamera hält das zerbrochene Bild auf den Dielen fest. Es muss schon mal am Beginn des Films im Bild gewesen sein, ganz kurz, erst jetzt beginnt sich der Zuschauer zu erinnern.
Die Stille, die Trauer und das Entsetzen sind weiblich. Der Tod ist männlich.

Die Tastatur klappert in der Stille. An der Wand steht ein Name und ein Herz.
487

29
Sep
2014

reloj para web uhr fur homepage

Neoliberalismus

Jeder weiß, dass unsere Gesellschaft nicht von Politikern und Parteien geprägt wird, auch nicht von den demokratisch gewählten Parlamenten. Es sind die Wirtschaftler im Hintergrund, die Kapitalisten ganz im Marx'schen Sinne, welche die Fäden ziehen. Und sie haben auch so ihre "Theorien", die den Wert eines Menschen wahrscheinlich nach seiner Nützlichkeit für das System einschätzen. Eine davon ist der Neoliberalimus, für den der Faschismus nur das Problem hat, das er zu plump ist.
Für diese Leute ist die Demokratie ein Problem.
Wer mal darüber nachdenken möchte und warum Allende in Chile einst sterben musste, möge sich diesen Artikel aufmerksam durchlesen

hier

hier
64

Huxleys "Schöne neue Welt"

Aldous Huxley siedelte seinen Roman „Schöne neue Welt“ im Jahre 632 nach Ford an. 1932 schrieb er das Werk, auf dass sich mancher beruft, und dass ich nun endlich selbst las. Es wurde in der DDR meines Wissens nach nicht verlegt.

Nicht 600 Jahre nach der Einführung der modernen Zeit durch die Fließbandproduktion eines amerikanischen Autoherstellers, sondern nur gute siebzig Jahre später hat Helmut Dubiel den aktuellen Roman „Tief im Hirn“ veröffentlicht, eine realistische Schilderung seiner Parkinson Krankheit, an welcher der Mann seit fünfzehn Jahren leidet. Vor zwei Jahren ließ er sich eine Sonde tief im Gehirn einoperieren.
Wenn Dubiel nun einen Schalter betätigt, kann er seinen Bewegungsapparat beruhigen, aber sein Sprach- und Sprechvermögen verringert sich erheblich. Beides zusammen geht nicht. Stützt er das eine, schwächte er das andere.
Dubiel: „Eine kleine Veränderung der Spannungsstärke sowie ein einfaches Umpolen der Sonden in meinem Kopf verbessert innerhalb einer Sekunde den Zustand einer massiven Depression, unter der ich ein Jahr lang gelitten hatte. Ein Knopfdruck, betätigt durch ein kaum hörbares digitales Piepsen, unterstützt von einer winzigen Leuchtdiode, öffnete schlagartig den mir verhangenen Himmel. Erschreckend und irgendwie demütigend war die Banalität dieses Vorganges. In den zahllos traurigen Geschichten, die mir in diesem Jahr durch den Kopf gegangen waren, hatte ich das Gewicht der Welt gespürt. Dies einfach per Knopfdruck wegzudrücken, erschien mir geradezu frivol.“ (Berliner Zeitung vom 4.10.06)


Huxley hat selbst ungefähr fünfzehn Jahre nach Erscheinen seines Romans in einem Vorwort der mir vorliegenden Ausgabe geschrieben, dass die Zeiten sich in Wirklichkeit drastisch verkürzen. Schon in Nahe Zukunft könne sein Roman Wirklichkeit werden.
Ist das überhaupt ein Roman?
Ich sage: Nein, es ist eine philosophische Abhandlung. Eine entscheidende Voraussetzung für ein literarisches Werk fehlt nämlich, der Leser kann sich mit keine der Figuren identifizieren. Um so ärgerlicher, dass es über Passagen möglich ist, um dann wieder eine andere Perspektive zu erfahren. Es liest sich wie eine Zukunftsversion aus der Sicht eines darüber stehenden Philosophen, das ganze Werk ist nicht Fisch und nicht Fleisch.
Sehr brillant aber entwickelt Huxley das Modell einer Gesellschaft, die sich auf die Gegenwart eines immer währenden Glücksrausches der Individuen gründet, welcher durch „Soma“, durch Chemie erzeugt wird. Es gibt kein Morgen und kein Gestern, kein Leid und keinen Zweifel, und natürlich auch kein Staunen.
Die Basis dieser Welt ist die Erzeugung menschlichen Lebens in Laborfabriken. Niemand hat mehr Mutter und Vater, und natürlich hat niemand mehr Kinder. Es gibt Alpha-, Beta-, Gamma,- Delta- und Epsilonausgaben von menschenähnlichen Wesen.
Epsilons sind glücklich bei den niedrigsten Arbeiten und so baut sich die Struktur auf, Alphas sind die Elite, die im Luxus lebt. Der Luxus besteht aus Fühlfilmen, heutige Seifenopern könnte man als Vorläufer betrachten, Massagen und Sport, wer denkt da nicht an den Fitnesswahn und Solarien und so was, eine große Reisefreiheit, Spaßgesellschaft eben. Die Sexualität ohne Fortpflanzung ist der Hauptzeitvertreib der Ewigjungen, übrigens vom Kleinkindalter an. Schließlich sterben Sechzigjährige im Somarausch, dabei aussehend wie Sechzehnjährige, werden entsorgt, um Platz zu machen für neue Flaschenwesen, die nach neun Monaten „entkorkt“ werden. Schon in der Embryophase beginnt die Normung, und die Herstellung nach den einzelnen Kategorien geschieht nach einem ausgeklügelten Plan.
Unter den Alphawesen gibt es natürlich eine Organisation und Hierarchie, die diese Welt leitet, einen Rat – und eine Person ist der oberste Weltaufsichtsrat.
In einer manchmal ärgerlich konstruierten Handlung lässt ein etwas außerhalb der Norm stehender Alpha-Mann (ein kleiner Fehler in der Embryophase) Namens Siegmund (Freud lässt grüßen) sich vom Autor auf einen Weg führen nach einer Art Sinnsuche seines Lebens außerhalb des Somarausches.
In einer überflüssigen Nebenhandlung gibt es einen ebenfalls etwas fehlkonstruierten Alphafreund. Helmholtz! Beide taugen nicht zur Identifikation, zumal der Siegmund unglaubhaft im Laufe der Handlung seinen Charakter ändert.
Eine Betafrau Lenina (Lenin lässt grüßen) ist sehr attraktiv, sexuell anziehend, Huxley nennt das ironisch „pneumatisch“. Siegmund verliebt sich, während üblicherweise nur flüchtiger Sex mit großer Promiskuität ausgeübt wird.
Siegmund und Lenina begeben sich in ein Reservat, eine Art Zoo, in dem Wilde wie Tiere hausen. Sie gebären noch Kinder auf natürlichem Wege. Die arg konstruierte Handlung findet zu einem Wilden Namens Michel.
Seine Mutter ist aber durch ein Missgeschick aus der Schönen neuen Welt in die Wildnis geraten. Sie war ein Beta-Weibchen und wird von den Wilden als Hure behandelt.
Durch einen Unfall gebar sie Michel, dessen Vater war aber ein hoher Alpha-Mann aus dem Großem Rat....
Siegmund bringt den Wilden samt Mutter zurück in die Schöne neue Welt. Der junge Wilde Michel hat im Reservat einen Band Shakespeare-Dramen zu lesen bekommen. Das prägt sein Denken.
Schnell lehnt er die sinnentleerte moderne Schöne neue Welt ab.
Ganz am Ende kommt es zu einem Schlüsselgespräch zwischen dem obersten Weltaufsichtsrat und dem Wilden Michel. Hier identifiziert sich der Leser auf einmal mit dem Wilden und seine kluge Argumentation.
Der oberste Weltaufsichtsrat kennt natürlich Shakespeare, so was muss verboten bleiben. Es gibt noch eine weitere und höhere Ebene von Verbotenem; das ist die Wissenschaft, was ja nichts anderes als die Welt entdecken und erkennen bedeutet. Kunst und Wissenschaft sind in der Schönen neuen Welt der immerzu Somabesoffenen verboten.
Jetzt kommt für mich das wirklich Ärgerliche an diesem Buch: Die höchste Verbotsstufe hat die Bibel, und natürlich ist der Wilde ein religiöser Mensch.

Zum Schluss gelingt es ihm auf einen einsamen Leuchtturm zu entkommen. Um seinem religiösen Gefühlen zu genügen, geißelt er sich selbst, bis das Blut spritzt. Dabei wird er heimlich beobachtet.
Heerscharen von Journalisten und Touristen fallen nun in seine selbstgewählte Einsamkeit ein. Zum Schluss hängt der gute Mann sich auf. Der einzige, mit dem man sich am Ende identifizieren könnte, begeht Selbstmord. Es handelt sich um ein zutiefst depressives Werk.
Im Klappentext las ich:
„Unter dem Einfluss der buddhistischen Lehre und der politischen Ereignisse in Europa entwickelte er (Huxley) sich in den dreißiger Jahren vom amüsiert beobachtenden Satiriker zum leidenschaftlichen Reformator, der die Welt durch eine universale mystische Religion zu heilen versucht. Huxley starb im Jahre 1963.“
Nee, der Kerl war wahrscheinlich schon immer ein mystischer Heilsbringer oder so was.

Übrigens nebenbei bemerkt. Auf Seite 218 fand ich eine passende Signatur für uns Internetschriftsteller:
„Denn es ist wirklich idiotisch. Schreiben, wenn man nichts zu sagen hat...“ Grins, das ist für diejenigen unter uns, die sich als Schriftsteller fühlen.

Alles in allem eine sehr lesenswerte und interessante Abhandlung über eine mögliche Zukunft der Menschheit. Ich habe sie gern gelesen mit der nötigen Skepsis.

Aber, um etwas Gutes zum Thema zu lesen, nehme ich mir als nächstes „1984“ von Orwell vor. Ich las das Buch als junger Mann in der DDR mit wohligen Schauern des Verbotenen. In meiner Erinnerung steht da ein Aha-Erlebnis, ein dickes Ausrufezeichen. Mal schaun.
94

28
Sep
2014

reloj para web uhr fur homepage

Gestern Abend

bekam bei dieser Kindersendung „Das Supertalent“ in RTL eine Robot Dance Group aus China von allen 4 Juroren den Goldenen Blizzer und Herr Dieter Bohlen sprach, die Darbietung wäre nicht nur Weltklasse gewesen, sondern Universum Klasse.
Na ja, ich weiß ja, außer mir guckt niemand diesen Unterschichtenfernsehen- Schrott :-).
Hier mal ein Video, das ähnliches darstellt.
Mich erinnert das auch an derzeitige Diskussionen über die „Herstellung des Menschen“ wie es in einem Artikel der „Zeit“ aktuell genannt wird.
Mancher wird sich noch an die Empörung erinnern, den die Schriftstellerin Lewitscharoff in den Medien erreichte, als sie in einer Rede von „Halbwesen“ sprach, die durch eine sogenannte künstliche Zeugung hergestellt werden.
Es werden ja inzwischen nicht nur Spermien „künstlich“ in die Eizelle gebracht, es werden auch Eizellen „verpflanzt“, ja auch befruchtete, also Embryonen, wo die Herkunft manchmal schon heute schwierig nachweisbar ist, und in Zukunft, wenn es eine Massenerscheinung wird, vielleicht gar nicht mehr.
Die Zeugung eines Menschen wird immer mehr eine Herstellung, technisch machbar halt.
Neulich las ich, dass irgendein Ethikrat sich damit beschäftigt, ob es zeitgemäß wäre die Geschwisterliebe, also den Inzest überhaupt zu verbieten. Eventuell genetische Erkrankungen könne man ja schon vor der Geburt erkennen und dann abtreiben.
Der Mensch der Zukunft wird vielleicht keine Eltern mehr haben, eine historische Herkunftslinie wird nicht mehr existieren.
Vor einige Monaten war die Rede davon, dass man aus der DNA eines einzelnen Menschen im Labor eine Spermienzelle (männlich) und eine Eizelle (weiblich) herstellen könne. Es braucht gar nicht mehr Mann und Frau.
Und der Unfug mit der Erbsünde ist auch getilgt.
Religionen haben keine Berechtigung mehr. (Wenigstens das ist gut, grins)
Obwohl das Christentum diese Problematik einer vertikalen Herkunftslinie oder einer horizontalen genial und vorausschauend gelöst hat. Jesus hat zwar eine Herkunft, die sich bis König David zurück verfolgen, aber eben Gott als Vater, eine außermenschliche Zeugung.
Beides, zwei Fliegen mit einer Klappe *gg*.
Bei der Pferdezucht könne man schon eindeutig ein hochwertiges Rennpferd züchten.
Ein Nobelpreisträger hat in seinen Genen eine höhere Wahrscheinlichkeit ein Genie zu zeugen, aber keine Garantie, das könnte auch ein Dummkopf werden. Man wird sich darum kümmern, bis eben Idealmenschen hergestellt werden, natürlich auch nicht mehr durch Erblinien gestört oder sonstige Fehler.
Zeugung wird eh abgeschafft, es wird hergestellt.
Google weiß ja schon heute, was wir denken.
Das sind lächerliche Anfänge...
Na schauen Sie selbst, wie diese da tanzen :-)


76

27
Sep
2014

reloj para web uhr fur homepage

Trennung

Trennung ist ja immer eine Mutfrage, und die meisten Menschen sind nicht so mutig. Was ich gar nicht unbedingt als einen Vorwurf meine. Jeder wie er es mag.
Aber problematisch ist es, wenn es um Partnerschaften geht. Inwieweit tut man dem anderen weh, ohne es eigentlich zu wollen. Malte Welding schreibt in der Berliner Zeitung Kolumnen über "Liebesfragen". Eine junge Frau hat in dieser Woche geschrieben, dass sie sich geändert hätte, um einen Freund zu halten bzw. zurück zu gewinnen.
Man kann mit diesem Freund durchaus etwas Mitleid haben, denn offenbar hat er sehr taktvoll eine Trennung vollzogen :-) Er wäre noch nicht bereit für die "all die großen Schritte"

Lesen Sie

hier

Eine sehr schöne Zusammenfassung im letzten Satz

"Die Zukunft beginnt immer erst dann, wenn man die Augen öffnet und seine eigene Wirklichkeit anerkennt, sich ein Schiff baut und davonsegelt."

die Malte Welding da gezogen hat. Sie gilt eigentlich allgemein für Trennung vom Alten, was nicht unbedingt eine Partnerschaft sein muss und macht Mut für Aufbruch zu Neuem...
85

24
Sep
2014

reloj para web uhr fur homepage

Die Anstalt

wie immer, gutes Kabarett, als alter DDR-Bürger denke ich ja beim Zugucken, na, na, ob die Oberen das nicht bald verbieten werden... es wird ja quasi auch erst in der Nacht gesendet. Wenn Sie in dieser ganzen Medienhysterie über ISIS und Ukraine nicht völlig den Kopf verlieren wollen (nur sinnbildlich), schauen Sie

hier
93

22
Sep
2014

reloj para web uhr fur homepage

Heute in die Sauna

Es hat sich abgekühlt. Regenwolken jagen sich am Himmel wie irre Katzen. Die neuen Schuhe drücken nicht mehr. Wir sehen uns dann in der Sauna, denke ich, und müssen uns ja nicht zu erkennen geben.
Meine Mitbewohnerin ist verreist und ihre beiden Katzen haben den verlorenen Blick von verlassenen Kindern. Meine Katze gibt an, ihr Rudel ist jetzt obenauf...
Hör auf die beiden anzufauchen, sage ich, benehme dich wie eine anständige Katze. Vor Wut springt sie hinter den Sessel und kratzt dort, wo sie nicht kratzen darf.
Die beiden kleinen Katzen verkrümeln sich traurig auf meinem ungemachten Bett...

Gestern sah ich einen Film mit und über Udo Jürgens.
Er hätte musikalisch die Bundesrepublik Deutschland geprägt, sagte einer, er war der Swing sozusagen.
Achtzig Jahre alt, bereitet er eine neue Tournee vor, ein neues Lied habe er auch geschrieben.
Die Zeit wird verraten, ob er in die Geschichte eingeht oder in hundert Jahren vergessen sein wird. Ich werde es nicht mehr erfahren und summe vor mich hin, ich war noch niemals in New York.
Udo Jürgens hat in seinen Liedern immer Geschichten erzählt. Und immer war in diesen Geschichten die Suche danach, was ein glückliches und erfülltes Leben ist. Das hat ihn halt beschäftigt bis jetzt mit achtzig Jahren.
Ruhm, Anerkennung und Erfolg, ja Geld wäre es nicht allein gewesen.
Er möchte wohl eine Botschaft unter die Menschen bringen, indem er immer wieder auch sich selbst befragt, ehrlich sein und auch kritisch im politischen Sinne wie im „ehrenwerten Haus“ oder „lieb Vaterland, magst ruhig sein“ oder „griechischer Wein“, eigentlich war er ein zweifelnder Sucher nach einem guten Leben, und ist es sogar immer noch, sehr deutsch eben.
Einfach nur leben geht nicht in Deutschland...

Vor dieser Dokumentation sah ich in einem Nachrichtensender eine andere Dokumentation über die Entführung Adolf Eichmanns in Argentinien durch den israelischen Geheimdienst Mossad.
Als er dann im Auto lag unter einer Decke, fragte ihn immer wieder jemand, ob er noch am Leben sei, denn er schwieg so verdächtig.
Und plötzlich sagte er auf deutsch: „Ich habe mich in mein Schicksal ergeben.“
Eichmann war auch sehr deutsch halt.

In den Nachrichten ist so viel von der furchtbaren Terrororganisation ISIS die Rede, die bestialisch Menschen öffentlich köpfen, die total unschuldig sind, inwieweit man als Mensch unschuldig sein kann.
Gegen die deutschen Verbrechen unter Adolf Hitler sind sie natürlich alle harmlose Waisenknaben, da ging es mal eben nicht um Tausende Tote, sondern um Millionen...

Ich kann ja in der Sauna drüber nachdenken, anstatt über meinen albernen nächsten Roman, den ich so Stück für Stück nur widerwillig schreibe...

Es heißt, es gibt eine neue, noch gefährlichere islamische Terrororganisation

hier

„Khorasan“, muss man sich den Namen merken?
Er wird eh jetzt andauernd in den Angst machenden Medien auftauchen, wenn Sie ihn lesen, denken Sie immer an Eichmanns Terrororganisation und die Relation der Zahlen.

Die Neuen sind so gefährlich gerade für unsere christlichen Gebiete.
Blöde Religionen.
Sie tauchen plötzlich auf, wo sie niemand vermutet und schnappen sich total unschuldige Menschen, inwieweit man als Mensch unschuldig sein kann, und köpfen sie dann für Videoaufnahmen im Internet.
In Australien ist das neulich noch misslungen.

Nun, ich wohne hier in einem recht harmlosen Gebiet von Berlin, fernab des Regierungsviertels. Wenn ich aus der Sauna komme und plötzlich paar Maskierte aus dem Gebüsch springen...
ich werde versuchen, ein möglichst heldenhaftes Gesicht zu machen bei der Hinrichtung, vergessen Sie mich dann nicht so schnell wie womöglich Udo Jürgens in hundert Jahren...
ein Gutes hat es ja, diesen scheiß Roman brauche ich dann auch nicht mehr zu Ende schreiben...

so long, auf zur Sauna.

Also das muss ich noch erzählen.
Die Wikinger damals vor hunderten, ja tausend Jahren waren ja weltweit mit ihren Wikingerschiffen unterwegs. Und die waren so was von grausam, man hat zahlreiche Skelette ohne Köpfe gefunden, die Kerle mir ihren Äxten... jedenfalls neulich kam so als historische Erinnerung in Berlin ein Wikingerschiff an, Glender Lough hieß das wohl, Wowi und andere Prominente haben gewunken und es gab 'ne große Party... irgendwie gehen manchmal auch die Falschen in die Geschichte ein, oder.
201

21
Sep
2014

reloj para web uhr fur homepage

Gepflegte Langeweile

Wer sie einmal richtig genossen hat an einem dunkel bewölkten Sonntag mit einer immer noch schlafenden Katze an der Seite, obwohl es doch schon Mittag vorbei ist, im Radio sanfte Musik, lesend oder ein wenig schreibend, auf jedem Fall träumend, fernab aller sozialen Kontakte - und sich überaus wohl fühlt, freut sich mit Sicherheit, dass demnächst kein Handy schnurren, pfeifen, brummen oder sonstwas tut, weil er nämlich gar kein Handy besitzt.
Wem dieses nicht gegeben ist, der hockt des Nachts im Regenwetter vor einem Telefonladen,

lesen Sie Gutsch

hier
157

18
Sep
2014

reloj para web uhr fur homepage

Neues Iphone

Das Radio dudelt hier neben mir und alle paar Minuten überschlägt sich schon die Stimme der Moderatorin, weil vor irgendeinem Laden am Alex die Menschenmenge wächst und wächst und wächst:

Wahrscheinlich morgen würde ein neues Iphone verkauft werden. Ich weiß gar nicht, was ein Iphone ist, smile, ich wills auch gar nicht wissen, aber ich entdecke im Internet eine Meldung aus Hamburg :-))

hier

Leute, ihr hättet mal die Menschen in der DDR vor einem Reisebüro sehen müssen, grins, wenn am nächsten Tag Urlaubsreisen nach Bulgarien verkauft wurden :-)))

da will heute keiner mehr hin, oder?
116

Na aber hallo

Gießt hier jemand Öl ins Feuer?

hier
88
logo

's Bar Chef

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

So viele Leser und kein...
So viele Leser und kein Kommentar? Hm, vielleicht wollten...
KarenS - 1. Okt, 18:45
bitte sehr
hier
HARFIM - 30. Sep, 18:26
WArum musste saak Emmanuilowitsch...
WArum musste saak Emmanuilowitsch Babel sterben?
Zumdick (Gast) - 30. Sep, 17:28
Ja danke,
ich kenne keins der Bücher :-) Ich habe über...
HARFIM - 30. Sep, 16:49
Die Exmatrikulation war...
Die Exmatrikulation war wohl eine schwere Strafe. Aber...
steppenhund - 30. Sep, 15:23

Mein Lesestoff

Zufallsbild

josie-und-cara

Web Counter-Modul

Archiv

Oktober 2014
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 

Meine Kommentare

bitte sehr
hier
HARFIM - 30. Sep, 18:26
Ja danke,
ich kenne keins der Bücher :-) Ich habe über...
HARFIM - 30. Sep, 16:49
Dann sind das Bücher
aus dem Bereich der "Sklavensprache". Ich hatte mal...
HARFIM - 30. Sep, 14:01
Ja, natürlich,
ich hätte deutlicher sagen sollen, dass ich es...
barbaralehner - 30. Sep, 11:20
Möglicherweise ist...
von dem es der Autor behauptet oder was eine gewisse...
HARFIM - 30. Sep, 11:14

kostenloser Counter

lablue Chat

Suche

 

Status

Online seit 1865 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 1. Okt, 18:45

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren