6
Jul
2015

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Die Kleine im Park

es ist irgendwie langweilig hier :-) Ich habe auch keine Lust, etwas neues zu schreiben, das heißt, ich bin gerade mit einem Projekt fertig geworden, aber das kann ich hier nicht veröffentlichen *gg* ist aber spannend, was daraus wird... hier mal eine ganz alte Geschichte, vor zwölf Jahren geschrieben, kurz vor meiner zweiten Afrikareise, vielleicht fühlen sich ja durch die Geschichte etwas unterhalten und bekommen Lust, mal wieder in den Park zu gehen :-)




Ach, dachte ich, man darf sich nicht überanstrengen. Obwohl es nicht ganz in Ordnung war, will man gut werden, müsste man Tag und Nacht arbeiten. Aber draußen schien die Sonne, die drückende Hitze hatte sich bereits gelegt. Und ich gab dem Faultier in mir nach und beschloss, ein wenig in den Park zu gehen. In Ruhe einfach nur dasitzen, rauchen und schauen, was die Welt so trieb.
Im Park waren sogar mehrere Bänke frei, ich konnte mir eine aussuchen. In der Nähe befand sich ein Kinderspielplatz, aber nicht so nah, dass der Lärm störte. Kinder beobachten, machte mir Spaß. Diese Lebensfreude, die sich im Laufen, Klettern und Ball spielen zeigte, erzeugte in mir ein heiteres Gefühl. Na, ich möchte es nicht verschweigen, auch die jungen Mütter in ihrer luftigen Kleidung erzeugten in mir ein freudiges Gefühl. Schöne glückliche Menschen sehen, das tat mir einfach gut. Ich wusste, die Welt war nicht in Ordnung, und wenn alles so weiter geht, gerät sie eines Tages aus den Fugen. Aber war ich kleiner Mann für die Welt verantwortlich? Ich hatte mir einen Ort gesucht, an dem es den Anschein hatte, als wäre die Welt im Frieden und im Glück. Einfach nur dasitzen und atmen und nichts denken. Nachdem ich die Zigarette sorgfältig ausgedrückt und in den Mülleimer geworfen hatte, wie es ein anständiger Bürger macht, faltete ich die Hände über mein kleines Bäuchlein, streckte die Beine weit von mir, ließ den Kopf sich anlehnen, er sollte sich auch ausruhen, der gute, schloss die Augen und bot der Sonne mein Gesicht dar. Ich träumte ein wenig von Africa. Die Weite, die Tierherden, der Nakurusee, als uns die kleinen Affen überfielen... ich träumte und träumte.
„He!“
Ich fuhr hoch.
„Was ist los?“
„Sie schnarchen.“
Neben mir saß ein Mädchen, ein schönes Mädchen, das musste ich schon eingestehen, sehr schön sogar, wie ein Engel.
Ich drehte den Kopf ein wenig zur Seite, und ich hatte noch das Lächeln aus Africa geschickt im Gesicht.
„Setz dich doch auf ’ner and’ren Bank, sind genügend frei.“
„Nö“, antwortete sie und warf mir einen Augenaufschlag zu, dass ich dachte, dieser Engel hat vielleicht den Teufel im Leibe.
„Warum denn nicht?“
Sie lächelte.
„Einmal kann man hier schön die Kinder beobachten und außerdem“, wieder dieser Augenaufschlag, „hatte ihr Gesicht so einen glücklichen Ausdruck trotz des Schnarchens, dass es mich interessiert, warum.“
„Mh“, knurrte ich und betrachtete sie von der Seite.
„Ja, es stimmt, ich trage keinen BH.“
„Uff“, antwortete ich und richtete mich etwas hoch, „ich bin zwar alt, aber auch noch ein Mann, entschuldige bitte, wenn sich meine Augen ein bisschen verirrten.“
Sie grinste.
„Das sollen ja die Augen der Männer, sonst würde ich ja einen tragen.“
Ich räusperte mich. Meine Güte, dachte ich, die Kleine hat’s aber faustdick hinter den Ohren.
„Na ja“, sagte ich dann, „wenn du es so siehst, sag ich dir, du hast es auch nicht nötig, einen zu tragen, bist ein verdammt hübsches Kind.“
Sie lächelte wieder mit Augenaufschlag. Ich vergaß es, die Kinder zu beobachten.
„Ich bin kein Kind“, sagte sie.
„Okay, entschuldige, übrigens hast du auch ein schönes Gesicht, ich guck nicht nur auf die Brüste, wie alt bist du denn?“
„Einundzwanzig und Sie?“
Sie wippte mit ihren hochhackigen schwarzen Lackstiefeln, die bis über die Knie reichten. Die Wärme schien ihr nichts auszumachen. Zwischen Stiefelrand und Rockansatz sah man trotzdem noch sehr viel von den Beinen. Mit einem anderen Wort, die Kleine hatte sich verdammt „scharf“ zurechtgemacht.
„Oh“, ich stöhnte etwas, „ich bin fünfzig.“
Warum, dachte ich bei mir, fange ich an zu lügen, ich bin doch dreiundfünfzig, bin ich ’ne Frau, oder was.
„Schönes Alter.“
Ihr Lächeln war vieldeutig.
Ha, schön wie ein Engel, überlegte ich, ich hab’s hier doch nicht etwa mit einer Professionellen zu tun und dachte mit Wehmut an meine Barschaft. Andererseits, ihr Gesicht war einfach zu unschuldig für eine Professionelle, und damit beendete ich meine Überlegung in diese Richtung.
„Und warum hatten Sie dieses glückliche Lächeln im Gesicht? Sah irgendwie gut aus.“
„Oh, danke, alte Männer hören auch gern Komplimente.“
„So alt sind Sie gar nicht.“
Schon wieder, was ist mit der Kleinen los, dachte ich.
Und dann sagte ich:
„Nee, im Ernst, ich träumte von Africa.“
Jetzt spielte sie die Interessierte, oder sie war wirklich neugierig.
„Africa? Waren Sie dort?“
„Ja, drei Monate.“
„Und wie ist Africa?“
Mh, ich überlegte, wie sollte ich das dem kleinen Engel sagen?
„Africa ist sehr schön, und es ist sehr schrecklich zugleich, die Hölle und das Paradies.“
Sie kräuselte ein wenig die Stirn, von Falten konnte bei ihr noch nicht die Rede sein.
„Und Deutschland?“ fragte sie.
Ja, jetzt wurde ich langsam munter. Ich unterhielt mich gern mit jungen Menschen, nur hier in Deutschland unterhielten sich junge Menschen nicht gern mit alten. Deswegen verdutzte mich die Kleine etwas.
„Deutschland ist, wie dazwischen, weißt du, weder Himmel noch Hölle, immer in den Wolken, immer trübe. Und auch nicht so lebendig, wie Africa.“
Ich lachte. Sie lachte nicht, sie blieb ernst.
„Ich finde Deutschland ist auch sehr schön.“
„Klar, wenn du es so empfindest, schicke Läden, schicke Discos.“
Ich war ja schließlich nicht auf eine Diskussion aus, an so einem schönen Tag. Probleme hatte ich zu Hause am Schreibtisch genug.
Sie lächelte.
„Sie sind klug, Sie haben mich erkannt, das ist meine Welt.“
Dann, nach einer angemessenen Pause, fragte sie:
„Haben Sie auch Tiere in Africa in freier Natur gesehen?“
Ich grinste.
„Natürlich, einmal in der Dämmerung ganz junge Löwen, nicht viel größer als Hauskatzen aus zwei Meter Entfernung. Sie spielten, kletterten auf ihren Müttern herum, purzelten durcheinander. Leider war es schon zu dunkel, die Fotos wurden nichts, aber die Erinnerungen sind im Kopf, wie beim alten Mann von Hemingway.“
Sie hatte mich ins Schwärmen gebracht, aber sie blieb ganz cool.
„Hemingway“, fragte sie, „wer ist das?“
„Liest du keine Bücher?“
„Nö, das ist langweilig.“
Wenn sie zufrieden ist, dachte ich bei mir, ich bin kein Messias der Literatur.
„Gehst du noch zur Schule?“
Sie lachte herzhaft.
„Schon lange nicht mehr, Gott sei Dank.“
„Was lernst du?“
„Nichts.“
Das war ihre lakonische Antwort.
„Und was machst du?“
„Ich such mir einen Mann.“
Nun stutzte ich aber sehr.
„Das ist dein Lebensziel?“
Sie schien völlig ungerührt.
„Ja, ich möchte einen Millionär heiraten, drei bis vier Kinder bekommen, ich liebe Kinder, ein schönes Haus mit Garten haben, eine Motoryacht, einen Mercedes natürlich, ganz einfach. Ich möchte ein gutes Leben haben.“
Das musste ich ihr lassen, sie wusste genau, was sie wollte – und sie war ehrlich.
„Dein Lebensziel ist also Hausfrau und Mutter?“
„Ja, genau.“
Jetzt kam der Vater in mir hoch, schließlich hatte ich eine Tochter, die studierte angestrengt.
„Und dich selbst verwirklichen, auf eigenen Füssen stehen können...“
Sie unterbrach mich fast ärgerlich.
„Hören Sie mir mit dem Emanzenquatsch auf, den finde ich zum Kotzen.“
Jetzt hob ich den Zeigefinger.
„Das Wort musst du dir abgewöhnen, wenn du in solche Kreise vorstoßen willst.“
„Was soll ich denn sonst sagen?“
„Na, da wird mir übel, oder so was.“
„Guter Tipp.“
Eigentlich wollte ich mich nur entspannen. Ach das Leben steckt voller Geschichten. Wobei, diese war ja nicht besonders interessant.
„Wovon lebst du eigentlich, bis du deinen Millionär gefunden hast?“
Sie lachte auf eine wirklich erfrischende Art, dieses Menschenkind hatte offenbar keine Probleme.
„Ich wohne zu Hause und bekomme gutes Taschengeld, mein Vater arbeitet seit Jahrzehnten bei der Polizei, und er ist jetzt Oberinspektor, der verdient genug.“
Das Wort „Oberinspektor“ sprach sie sehr ironisch aus, sie hatte Humor, ohne Zweifel. Und jetzt fügte sie hinzu, wieder mit diesem vermaledeiten Augenaufschlag:
„Und wenn ich in die Disco gehe, muss ich fast nie was bezahlen.“
Ich konnte mich kaum noch halten vor Lachen.
„Das glaub ich dir aufs Wort.“
Dann fragte ich:
„Wie muss denn der Millionär aussehen, wie alt muss er sein, welchen Charakter soll er haben?“
„Das ist mir egal, Hauptsache Millionär, ich hatte schon viele, alle ganz unterschiedlich, im Alter, im Aussehen, im Charakter, zu mir sind sie alle nett.“
„Wie, du hattest schon viele Millionäre?“
Sie winkte ab. Sie machte wieder auf so eine niedliche Weise einen ärgerlichen Ausdruck.
„Ja“, antwortete sie, „es waren alles nur Schwindler, sobald ich die Kontoauszüge kontrollierte, weg damit.“
Immerhin konsequent, dachte ich. Aber eines interessierte mich doch verständlicherweise:
„Wie alt war denn der älteste dieser Schwindler.“
„Dreiundfünfzig Jahre.“
Sie antwortete ungerührt. Das war ’n Ding für ein deutsches Mädchen mit diesem Aussehen, africanische junge Frauen benutzen ja sogar das Sprichwort „Alte Männer sind Gold“, aber eine deutsche?
„Da hast du doch nix vom Sex.“
Jetzt wollte ich es wissen. Sie antwortete doch tatsächlich:
„Wissen Sie, die Jungen in meinem Alter können zehnmal am Tag a fünf Minuten, ein Mann in ihrem Alter kann einmal a zwei Stunden, wo hab' ich mehr davon?“
Ich war total verblüfft, und sie war noch nie in Africa!
Ich murmelte: „Ich kann dreimal a zwei Stunden.“
Wir lachten beide.
„Das ist gut, die Wahrscheinlichkeit ein Kind zu zeugen liegt höher.“
Sie fragte:
„Sind Sie Millionär?“
„Nee, das Gegenteil.“
„Schade.“
Na, das war aber wirklich nett von ihr.
„Ich kann ja noch heute zum Lottoladen gehen.“
„Ja, tun Sie das,“ antwortete sie, „ich würde Sie auf der Stelle heiraten.“
Gut, nun setzte ich mal eine ernste Miene auf.
„Hör mal zu, Mädelchen“, sagte ich, „das hört sich alles ganz toll an, aber du bekommst in zwanzig Jahren ein Problem.“
„Was für ein Problem?“
„So ein richtiger Millionär hat einen ganzen Sack voll Anwälte, die handeln einen Ehevertrag aus, da schaust du gar nicht durch. In zwanzig Jahren, wenn du vier Kinder hast, siehst du nicht mehr wie heute aus, der Hintern geht in die Breite, der Bauch wird dick und faltig, die Brüste..“ Sie unterbrach mich: „Hängetitten.“ „Das Wort musst du dir auch abgewöhnen.“ „Was sonst.“ „...die Brüste“, fuhr ich fort, „haben nicht mehr die Festigkeit und den Halt wie einst in jungen Jahren.“
„Aha.“
Dann sagte sie:
“ Ich weiß schon, was Sie mir sagen wollen, ich sitze da mit vier Kindern ohne was, und der Mann haut ab mit einer Jüngeren.“
Sie legte eine bedeutungsvolle Pause ein.
„Ich hab' mir das auch überlegt, in dem Fall erschieße ich ihn.“
Mir stand der Mund offen.
„Woher willst du die Pistole haben?“
Sie streifte ihren kleinen Rucksack ab, wobei ich nicht umhin konnte, das herrliche Schaukeln ihrer wunderbaren Brüste schielend zu beobachten, doch dann öffnete sie den Rucksack und holte – eine nagelneue Pistole heraus. Ich starrte fassungslos.
Sie kicherte.
„Ich sagte Ihnen doch, mein Vater ist Polizist, hab' ich geklaut, zwei Wochen suchten sie nach dem Ding, und er musste einen langen Bericht schreiben.“
„Und die Pistole ist...“ „...scharf geladen, sechs Schuss“; ergänzte sie meine nicht zu Ende gestellte Frage gleich mit der Antwort.
Dann packte sie die Pistole wieder ein, sauber in ein Tuch gewickelt, und sie schnallte sich das Rucksäckchen wieder um.
„Ich muss jetzt, war schön, mit Ihnen zu plaudern.“
„Tschüss“, antwortete ich immer noch sprachlos, aber dann sagte ich, „viel Glück“, sicherheitshalber.
Nach drei Schritten drehte sie sich noch einmal um, und sie kehrte zurück. Schweigend gab sie mir eine kleine Karte.
„Was ist das?“ fragte ich.
„Meine Telefonnummer“, antwortete der kleine Engel, „Sie wollten doch noch zum Lottoladen, für den Fall der Fälle.“
Ich sah ihr lange nach. Was für einen schönen Gang die Kleine hatte.
Einmal noch, ganz weit entfernt schon, wackelte sie keck mit dem Hintern. Sie wusste genau, dass ich ihr hinterher sah, und sie hob den Arm und winkte ohne sich umzudrehen.
Ich ließ meinen Kopf wieder gegen an der Lehne ruhen und schloss die Augen.
Wäre ein schöner Abschluss, mit dreiundsiebzig Jahren aus Eifersucht erschossen zu werden, dachte ich und grinste gedankenverloren vor mich hin.
Dann schaute ich auf die Uhr. Oh, ich musste mich sputen, der Lottoladen schloss ja bald.
51

5
Jul
2015

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Jedenfalls aus dem heißen Berlin jetzt schon

Danke
an alle tapferen Griechen, die sich für ein NEIN von Merkels, Schäubles und Co.- Sparprogramm entscheiden, für ein Europa, das sozial ist, das politisch ist, friedvoll, demokratisch, kulturell ist... dessen Völker mit offenen Händen aufeinander zugehen und nicht mit geballten Fäusten, für ein Europa, dass sich nicht von Banken dirigieren lässt, wo die Armen aller Länder immer ärmer werden und die Reichen die Weichen stellen, um sich zu bereichern, dass es alle Grenzen sprengt, während zu den Armen die Mauern gar nicht hoch genug gezogen werden können.
Ich habe ein gutes Gefühl, euer Sieg wird nur ein Anfang sein, aber er ist wichtig,

(mein Kommentar im live-Blog der "Zeit" zum Referendum)
53

28
Jun
2015

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Griechenland

So, nun also sind wir soweit.
Die europäischen Finanzherren, die Gralshüter des Kapitalismus sagen es mit gespielt ernster Miene und tatsächlich gnadenloser Härte, es werden keine Euros mehr an die griechischen Banken fließen. Vielleicht ab morgen schon werden die Geldautomaten in Griechenland nicht mehr die Kunden bedienen. Also auch Griechen, die ihr Geld dort auf Konten angelegt haben, bekommen nichts mehr raus. Der Staat ist pleite.

Was ist geschehen?
Die griechische Regierung besaß in den Augen der Gralshüter die Frechheit um einen Aufschub zu bitten, denn man wolle erst noch das Volk fragen, ob es bereit ist das Sparprogramm, das natürlich in der Hauptsache wieder die kleinen Leute trifft, denn weltweit findet ja eine Umverteilung des Reichtums von unten nach oben statt, mitzutragen, genau gesagt, ob das Volk bereit ist, die nächsten Einschränkungen auch noch zu tragen. Natürlich ahnt inzwischen selbst der sprichwörtlich dümmste Bauer, dass es eh nur ein Aufschub wäre, in kurzer Zeit käme es ja wieder zum Dilemma. Die Gralshüter sehen nämlich in ihren Plänen gar nicht vor, aus Griechenland ein wirtschaftlich gesundes Land zu machen, ihre Pläne sehen vor, am Ende das gesamte Land zu schlucken wie ein Drachen die Prinzessin schluckt, wenn der König und Vater sie ihm auch noch höchstpersönlich bringt als Opfergabe. Die Gralshüter des Kapitalismus sind die Bluthunde des Drachen.

Wie geht es den Deutschen dabei? Ahnen die kleinen Leute, dass dieses Drama zur Probe stattfindet, was man sich noch so alles erlauben kann? Oder lesen sie fleißig die Gazette des Drachen, wo man lustig und frei über die „faulen Griechen“ herzieht?
Seit Schröders Agenda 2010 richtet sich ein Feldzug gegen das Volk, was mit der Ausplünderung einhergeht, Überwachung wird schon mal erprobt und vorbereitet. Dass damals die Deutschen nicht geschlossen in den Generalstreik gegangen, ist mir bis heute ein Rätsel, wahrscheinlich war auch schon die Blödzeitung beteiligt bei diesem Husarenstück eines SPD-Kanzlers.
Seitdem sind die Armen in Deutschland mehr verarmt und die Reichen reicher geworden, Deutschland erteilt anderen Ländern in Europa Hausaufgaben wie man am besten das Volk ausplündert.
In Sonntagsreden wird von der großartigen EU-Familie geredet, aber Hand aufs Herz, was ist da großartig?
Ungarn, das einen hohen Zaun gegen Armutsflüchtlinge errichten und andrerseits die Todesstrafe einführen möchte?
Ukraine, in der Hand von Oligarchen, ein Land, das in der Art wie Assad in Syrien Teile seiner eigenen Bevölkerung bombardiert und dabei selbst vor dem Bankrott steht?
Und nun Griechenland?
Die griechische Regierung hat die Frechheit, ganz demokratisch das Volk zu fragen über ein Programm, das die Existenz dieses Volke berührt, ob sie, die Regierung das unterschreiben darf. Wow.
Sofort den Geldhahn zudrehen. Wo kommen wir denn dahin? Was erlauben die sich? Wahrscheinlich laufen schon Geheimverhandlungen mit dem Militär über die Vorbereitungen zu einem Putsch.

Wir sind das Volk.
Erinnern Sie sich? Gloria, Freiheit und Demokratie. So sieht also das Gelobte Land aus.

Ganz ehrlich, wir sind eine angeblich wohlsituierte Familie mit vielen Kindern, denen es angeblich richtig gut geht. Und da gibt es ein missratenes Kind, angeblich missratenes, was macht man da? Nicht so tüchtig ist das Kind, schwach auf der Brust...
Verhungern lassen?

In einer Talkshow sagte der überaus dickleibige Herr Altmaier, wir müssen die Menschen mehr für die Politik interessieren. Ein Kabarettist höhnte, wenn die Menschen das täten, wäre solche Pappnasen nicht mehr am Ruder.
Das Schiff Europa schlingert verdächtig, höchst widerwillig erinnere ich mich an die zahlreichen Auftritte europäischer Spitzenpolitiker auf dem angeblich freiheitlichen Maidan in Kiew, als es galt zum Feldzug gegen Russland zu blasen.
Ich erinnere mich an die mehr als peinliche Bankenkrise als Merkel und Co. sich stündlich von den Ratingagenturen jagen ließen bis auch hier die Zinsen der Sparer auf Null gingen, und die Renten paar Jahre mal nicht stiegen, Kurz- und Leiharbeit eingeführt wurden, Hartz 4 hatte ja schon der Genosse der Bosse erledigt...
Ich verfolge die Posse mit den Griechen bis in die letzten Tage hinein.

An die Gefolgschaft zu den USA, die an allen Kriegen dieser Welt zumindest beteiligt ist, und der Terrorkrieg wird zum Anlass genommen weltweit die Demokratie auszuhebeln.
Aber wie höhnte Frau Merkel neulich auf diesem Gipfel, wir haben die gleichen Werte. Ja, die Schwulen dürfen nun heiraten, das juckt die Gralshüter nicht, aber Guantanamo, Folter, Todesstrafe, Unterdrückung der armen Länder... installieren von Marionettenregimes, das ist natürlich etwas anderes.

Der Überwachungsstaat ist technisch schon installiert, besitzen Sie ein Handy wie ich nur für Bankgeschäfte, schalten sie es ansonsten immer auf Flugmodus, sie hören uns ab!
Der nächste Schritt wird die Aufhebung sämtlicher demokratischen Rechte sein.
Jetzt bei dem Skandal mit Griechenland schweigt das Volk wieder einmal verdächtig.
Wenn es eines Tages wieder Krieg gibt, werden die Mütter wieder ihren Söhnen die Tournister packen, sie umarmen und flüstern: „Pass auf dich auf.“
Aber es wird wieder zu spät sein. Und irgendwann gibt es dieses viele „wieder“ nicht mehr. Griechenland steht nur in einer Reihe von vielen Maßnahmen zur Umwandlung der Welt...

Als die Hatz gegen die neue Regierung der Griechen begann in den letzten Tagen in Brüssel, rollte der Schäuble vor die Kameras und äußerte sich süffisant grinsend, dass die griechische Regierung ihre Wahlversprechen einhalten möchte, aber so mache man doch keine Politik nach der Wahl.
Nee, solche Leute nicht. Großmachtpolitiker.
Sie sind schlichtweg entsetzt, dass in Griechenland ein Referendum über ihr ausgeklüngeltes Programm zur weiteren Ausblutung des Landes stattfinden soll.

Ich meine, einige müssten mal ihre Hausaufgaben machen, was eigentlich Demokratie ist.
Und wo steht die SPD?
Wieder einmal.

Wenn Sie die Angelegenheit von einem klugen Philosophen erklärt haben möchten, lesen Sie


hier

Sie wissen ja, inzwischen besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung so viel wie die übrigen 99 Prozent an Vermögen, allerdings nur finanziell gesehen.
94

26
Jun
2015

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Ein paar lose Gedanken über das Schreiben

Wer schreibt möchte sich mitteilen und gelesen werden. Schreiben ist nur ein Ersatz fürs Reden und Lesen ein Ersatz fürs Hören. Also Schreiben und Lesen als eine Ersatzkommunikation.
Wie ist es aber, wenn ein Mensch, vorzugsweise ein alter Mensch, Selbstgespräche tätigt. Es hört keiner zu, aber man redet, entweder mit der verstorben Frau oder mit dem lieben Gott, der alte Mensch brabbelt so vor sich hin und fühlt sich gut dabei. Er ist dann nicht mehr so allein. Vielleicht gibt er ja sogar die intimsten Gedanken der verstorbenen Frau oder dem lieben Gott preis. Selbstgespräche müssen natürlich geübt sein, sonst bleibt es bei kurzen Ausrufen wie „Ogottogottogott“ und die Katze guckt misstrauisch, was der Alte heute wieder so von sich gibt. Mit der Katze redet man übrigens auch sehr gern wie mit einem Kleinkind, es geht sogar besser als mit einem Kleinkind, die Katze gibt keine Widerrede, ihr sind diese merkwürdigen Angewohnheiten des Alten ziemlich egal.

Schreiben nur als Kommunikation mit sich selbst ist auch eine Angelegenheit, die man üben muss.

Soll man ein Tagebuch als ein Klagebuch gestalten?
Wie böse ist doch die Welt und ist doch das Schicksal zu mir. Das habe ich erlebt, ich möchte es nicht vergessen, deshalb schreibe ich es auf.
Für mich ist es auch wichtig, dass mir heute mein Holzfällersteak mit Bratkartoffeln geschmeckt hat. Daran möchte ich mich auch noch später erinnern.
Hier mache ich ein Foto von mir, dass ich mich erinnere wie bescheuert ich mit 42 Jahren aussah.
Ich habe interessante Gedanken gelesen über ein neutrales Europa, dass als Pufferzone zwischen USA und Russland liegt und die Welt zu einer friedlichen Welt mitgestalten helfen kann.
Dazu habe ich mir folgendes Gedacht insbesondere was die Rolle Polens angeht... zum Beispiel.
Tage, Wochen, ja Jahre später kann man das nachlesen, man kann sogar beim Schreiben seine eigene Einstellung zu dem Thema ändern oder weiter entwickeln.

Ich erfahre reale Geschichten von meinen Mitmenschen, Geschichten über Männer und Frauen, Eheprobleme von Bekannten oder mir ist eine Begegnung passiert, wo ich wilden Sex mit einer Unbekannten hatte. Ich schreibe darüber und reflektiere die eigene Einstellung.
Sicherheitshalber oder auch um mir über philosophische allgemeine Probleme bei diesen realen Geschichten im Klaren zu sein, verfremde ich diese Geschichten, erfinde dazu, wenn es eine Wahrheit deutlicher machen soll, hebe diese reale und konkrete Welt auf eine Ebene der Allgemeingültigkeit.
Wenn ich das Jahre später lese, kann ich mich erinnern:

An das Holzfällersteak, an diese politische oder gesellschaftliche Situation, an bestimmte Geschichten einschließlich des wilden Sexs mit einer Unbekannten.
Ich unterhalte mich lesend mit mir selbst.

Es kann aber auch sein, dass man der Ansicht ist, man wäre doch selbst unter allen Menschen ein besonders vorzüglicher Mensch, der mit 42 Jahren besonders gut aussah und dessen Ansichten und Geschichten unbedingt eine Anhängerschar erfordern.

Dann stellt man es in einen Blog im Internet, dass andere es lesen, dass eine Kommunikation entsteht.
Die Katze sitzt daneben und guckt, sie sieht Buchstaben auf dem Bildschirm tanzen wie kleine Fliegen und hört es dazu Klappern und wundert sich, dass die Fliegen nicht zu fressen sind.

Und sonst passiert nichts.
Na und nun?
Was sollte denn passieren? Da gibt es zwei Möglichkeiten.

Es mag ja sein, dass jemand es liest, jemand , den man gar nicht kennt. Im günstigen Fall schweigt er wie die Katze, im ungünstigen Fall schreibt er einen Kommentar, dass er selbst den Schreiber ganz und gar nicht für einen wertvollen Menschen hält, keine Ansicht teilt und die Geschichten grottenschlecht sind... üblicherweise schreibt er anonym.

Dann ist man wütend und löscht ihn.

Es kann aber auch seine, dass eine Frau kommentiert, die ist 87 Jahre alt, lebt in einem Altenheim und hat unter den Bewohnerin den Spitznamen „Der Drachen“, sie blockiert den Zugang zum PC, das weiß man aber nicht, und sie schreibt, dass sie einen 42 Jährigen, der noch so gut aussieht, sehr attraktiv findet, ein bisschen zu dumm ist, um die sicherlich wertvollen Gedanken über ein neutrales Europa zu verstehen und ganz lieb mal grüßt. Die Geschichte über den hemmungslosen Sex findet sie total geil und würde gern real verstehen, was daran Wahrheit ist.

Dann fühlt man sich verstanden und ist ganz glücklich über die wertvolle Kommunikation.

Man ist glücklich, geht lächelnd ins Bett und denkt beim Einschlafen, das war eine gute Idee, einen Blog anzulegen. Mal sehen, was die unbekannte Frau morgen schreibt. Dass man noch als 42-jähriger so durchgeht, ist schon der Hammer!

Gute Nacht.
94

25
Jun
2015

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Herzklopfen

vielleicht ist Ihnen ja nach so einer "Heile-Welt-Geschichte" zumute, es gibt auch so was, aber schon das Veröffentlichen mutet einem sträflich und leichtfertig an angesichts der ganzen Krisen. Lesen Sie das bloß nicht :-)). Ich habe diese Geschichte jetzt beim Einrichten des neuen Laptops auf einem USB-Stick gefunden und erinnere mich, sie einst in einem Altenforum veröffentlicht zu haben, es ging um das Thema Herzklopfen. Man könnte ja meinen, solche Geschichte passen zu den Alten. Grins, allerdings weit gefehlt, nirgendwo findet man so viel Gehässigkeit auf der Welt wie in einem Altenforum im Internet *ggg*, außerdem las ich neulich, Gefallen an dem Schreibwerk eines Menschen, finden lediglich die Eltern des Schreibenden, alle anderen sind darauf aus, Missfallen zu empfinden. Da meine Eltern schon sehr lange von dieser Erde verschwunden sind, erwarte ich eigentlich nichts weiter, wie immer, wenn ich veröffentliche. Ich mache das hier nur für mich und um mal was beim neuen Programm auszuprobieren. Habe ich eigentlich schon erzählt, dass ich hier ein Schreibprogramm habe, das wie eine altmodische Schreibmaschine ist mit Geräuschen inclusive, na ja, also am Besten den Kitsch gar nicht lesen, schönen Tag noch, es soll in den nächsten Tagen Sommer werden...




„Nehmen Sie doch Platz, lieber Herr Fischer.“
Die Ärztin lächelte ihm aufmunternd zu und Gerhard ließ sich ein wenig ächzend auf den Stuhl nieder, immer schön vorsichtig. Seine rechte Hand umklammerte den Stock. Doch seine Augen waren wach und beobachteten alles genau. Die Ärztin war freundlich zu ihm wie eine gute Tochter zu einem alten Vater.
„Ich messe erst einmal ihren Blutdruck.“
Er schaute auf seinen eigenen nackten und welken Unterarm, während ihre jungen Hände die Manschette um den dünnen Oberarm legten. Wie schön sie war und wie respektvoll.
Gerhard lächelte.
„So.“
Die Ärztin löste flink die Manschette.
„Der Blutdruck ist in Ordnung, aber der Puls etwas zu hoch.“
„Das ist“, sagte er, „weil Sie so eine schöne junge Frau sind, da bekommt man Herzklopfen.“
Sie lachte hell wie ein Vogel singt im Frühling.
„Sie sind immer noch ein Charmeur, Herr Fischer“...

Auf dem Heimweg ließ er sich die Zeit, die einem alten Manne zukommt. Er ruhte sich auf einer Parkbank aus und schaute den Möbelpackern zu, die gegenüber einen Umzug machten.

Seine Gedanken wanderten zurück in die Arztpraxis...
Natürlich hatte die Ärztin gesagt, hätte er aktuell keine Probleme, aber „das Alter, zwei Herzinfarkte schon hinter sich, dann allein, die große Wohnung...“
Gerhard beobachtete vier junge Spatzen, die zwitscherten und auf dem Kiesweg herum sprangen wie Tischtennisbälle vor lauter Lebensfreude... „noch können Sie entscheiden, Herr Fischer, ein gutes Altersheim, in dem Sie auch Ihr eigenes Zimmer haben, Sie werden gut versorgt, mal einen Theaterbesuch, einmal in der Woche ein Tanztee...“
Laut lachend hatte er die Gute unterbrochen, „hören sie auf, lauter griesgrämige, verbitterte alte Menschen, welche einem verpassten Leben nachtrauern...“
„Es liegt an Ihnen, wie Sie sich Ihr Alter gestalten.“

Ein wenig ächzend erhob er sich und ging langsam heimwärts, auf dem Spielplatz lärmten fröhliche Kinder wie ju8nge Zicklein.

Zu Hause strich er noch spät in der Nacht durch die schöne Wohnung. Tagsüber versuchte er so gut es ging, sie sauber zu halten.
Gerhard setze sich in den Fernsehsessel. Er horchte in die stille Nacht, als könne er das Wispern toter Geister erhaschen, die wie Nachtvögel herum huschten. Nein, es war still.
Seit zehn Jahren war er Witwer. Er hatte Mühe, sich an seine Frau zu erinnern.
Sei einziger Sohn lebte im Ausland. Gerhard hatte drei Enkelkinder wie die Ableger eines alten Baumes, die nun selbst schon junge Bäume waren.
Vor fünf Jahren sagte er am Telefon:
„Verzeiht mir, es wird mir zu schwer, euch zu besuchen.“
Seitdem kamen die fünf einmal im Jahr für eine Wochenende zu ihm, das war genug.
„Aber Ihre Kinder können Sie auch besuchen, wenn Sie im Altersheim sind“, hatte die junge Ärztin gesagt.
Gerhard seufzte und ging ins Bett.

Zwei Monate später.

Luise ging im Altersheim an der Rezeption vorbei. Die Sonne lachte draußen wie ein junger Mann, der flirtet und Luise lachte schon drinnen zurück.
„Nanu“, fragte die Schwester hinter dem Tresen, „so gut gelaunt?“
„Aber ja, das Leben ist schön“, antwortete Luise, „ich gehe ins Café unten im Park, bis zum Abend wünsche ich Ihnen erst mal einen schönen Tag.“
Auch die Schwester lachte.
„Sie sind verliebt. Ich wette, Sie sind verliebt.“

Im Café saß Gerhard schon in der Ecke, auf seinem Tisch lag eine einzelne rote Rose wie ein Gruß für den Tag.
Als Luise zu ihm trat, erhob er sich und deutete einen Handkuss an.
„Du alter Charmeur“, sagte sie und lächelte und deutete einen Knicks an.
„Bei einer schönen Frau bekomme ich immer noch Herzklopfen.“
Wenig später saßen sie beim Kuchen und Wein.
„Erzähle mir etwas vom Heim.“
Sie kicherte.
„Heute Abend gibt es einen Vortrag.“
„Worüber?“
„Über Liebe im Alter.“
Beide lachten.
„Und was gibt es noch.“
„Sonnabend ist Tanztee.“

Einen Monat später.

Die Chefin rief Luise in ihr Büro, als diese vorbei ging.
„Ja?“ fragte Luise.
Die Chefin erinnerte sie immer an ihre älteste Tochter. Sie versucht immer so ernsthaft zu sein, aber in Wirklichkeit war sie ein lustiges Kind.
„Am Sonnabend zieht ein Neuer hier ein“, sagte die Chefin und zwinkerte lebhaft mit einem Auge.
„Ja und?“
„Er hat sich nach Ihnen erkundigt?“

Da bekam Luise Herzklopfen.
Und am Samstag Nachmittag, als sie sich das schöne Kleid für den Tanztee angezogen hatte, klopfte es an der Tür, oder war es immer noch ihr Herz?

„Ja.“
Luise rief .

Die Tür ging einen Spalt breit auf und eine welke Hand erschien, die eine rote Rose hielt.
105

22
Jun
2015

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Griechenland

Ich denke das ist die wichtigste Meldung des Tages

hier

eine geostrategische Frage zwischen den USA und Russland. Griechenland muss im Euro bleiben!
Alle können aufatmen, besonderes die tapferen Griechen :-). Sie sollten jetzt den Schuldenschnitt fordern und einen Marshallplan... sie werden alles bekommen.
Und die verdammten Deutschen können wieder in den Urlaub nach Griechenland fliegen, die Bankautomaten spucken genügend Geld aus, dann können sie abends bei Sonnenuntergang Udo Jürgens singen vom "Griechischen Wein" und sich von ihrem gewohnten Bornout erholen *lol"
91

20
Jun
2015

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Tote Steine am Meer

Der Vormittag ist ruhig wie der Atem eines schlafenden Kindes, die Luft über den Häusern ist klar und kalt. Flugzeuge schweben lautlos dahin. Die letzten Schneeflocken des Winters tanzen vereinzelt, als wären sie Sternschnuppen. Die Kinder sagen, Frau Holle schüttelt die Betten nicht mehr auf.

In meinen Knochen schlummert noch die Trägheit der Nacht, Träume sind eine ferne Erinnerung aus dem Land der Kindheit. Als ich klein war, bedeutete die große Hand des Vaters diese ruhige Geborgenheit beim Spaziergang durch den Winterwald. Mein Sinn ist ganz und gar dem Diesseits zugewandt, und ich sage Ja zum Leben, wo auch immer. Weil ich der Überzeugung bin, dass es nur das eine gibt.

Erinnerungen sind Fotoalben im Gedächtnis, das Vergangene wird nur dadurch lebendig, weil wir noch da sind und uns die Bilder anschauen können. Die Figuren darauf sind inzwischen wie tote Steine am Meer. Doch wir erinnern uns.

Der tiefe Bass des Vaters antwortet der klagenden Stimme der Mutter, die sich Sorgen machte, als ich in der Pubertät zu einer Schande der Kleinstadt heranwuchs.

Was soll nur aus dem Jungen werden, es klang wie das ängstliche Schreien eines Vogels, der um das Leben seiner Brut bangt, die sich in ersten Flugversuchen erprobt.

Um diesen Jungen musst du dir nie Sorgen machen, dröhnte der Bass durch die geschlossene Tür des Schlafzimmers.

Lächelnd erinnere ich mich, und diese Gedanken strömen wie ein Urvertrauen durch meine Adern und begleiten mich hoffentlich bis zur letzten Sekunde. Dafür verzeihe ich ihm seine Schläge, als er krank war im Geiste wie ein verletztes Tier.

Nachts kommen die Träume wie Geister auf Zehenspitzen...
Die Kleinstadt ist das Reich eines bösen Zauberers. Er macht aus den Menschen geduckte und ängstliche Wesen. Sie werden böse und heimtückisch, Heuchelei und Frömmelei regiert das Reich. Die Fröhlichkeit und Unbekümmertheit der Kinder wird erstickt in einer giftigen Luft der Lieblosigkeit. Schon das Lachen ist verdächtig... der böse Zauberer nennt sich selbst Gott, der Allmächtige, den die Kinder fürchten.
Leben ist schon Sünde und jeder macht sich allein durch seine Existenz schuldig. Erbsünde nennen es die Knechte des Zauberers, es sind die Kirchenleute. Der religiöse Wahn geht durch Jahrtausende. Und ist nichts weiter als die verkleidete Angst vor der Endlichkeit des Lebens.
Der kleine Junge liegt in seinem Bett und betet, der Zauberer möge sich zeigen, denn schon früh ist in ihm der Zweifel als ein natürliches Misstrauen gewachsen..
Doch der Zauberer zeigt sich nicht.
Dann töte mich, sagt der kleine Junge im Gebet voller Trotz.
Doch der Zauberer tötet ihn nicht.
Es gibt ihn nicht, und für den kleinen Jungen ist der Humbug vorbei wie ein falscher Traum voller Lug und Trug.

Er zieht sich zurück in die Welt der Märchen, sobald er lesen kann. Brüderchen und Schwesterchen, der kleine Junge hat auch eine Schwester. Sie ist groß und blond und blauäugig wie eine Fee. Sie passt auf den kleinen Bruder auf. Doch der Zauberer vergiftet alle Brunnen, Quellen und Bäche im Wald. Das Brüderchen trinkt, weil ihm dürstet und wird in ein Reh verwandelt. Und das Schwesterchen kümmert sich um das Reh voller Liebe.

Der kleine Junge ist allein in der Welt der ersten Bücher und Märchen. Im alten Haus riecht es staubig, überall riecht es nach Leder vom Laden her, in dem tausend Schuhe stehen wie schlafende Zwerge. Nachts laufen sie durch das Haus, und die morsche knarrende Wendeltreppe hinauf. Der kleine Junge hört sie in seinen Träumen. Am Tage sitzt der Vater wie der oberste Zwergenkönig im Laden, und die Schuhe ringsum in den Regalen sind still und mausetot. Aber sie riechen nach Leder. Niemand kümmert sich um den kleinen Jungen, die Mutter huscht geschäftig zwischen Wohnung und dem Laden hin und her. Die große Schwester kommt aus der großen Stadt zu Besuch, er hört ihre Stimme von unten her, sie kommt die Wendeltreppe herauf und bringt den Geruch von Apfelsinen und Schokolade mit, es riecht gar nicht mehr nach Staub und Leder. Der Zwergenkönig brummt, die Stimme der Schwester klingt dazwischen wie ein Glöckchen.
Der kleine Junge springt wie ein Ball aus der Welt der Bücher, die Wendeltreppe hinab, der Schwester an den Hals. Sie schiebt mit einem erschrockenen Blick den kleinen Jungen von sich. Hier zeigt man keine reine Liebe. Apfelsinen statt Gefühle...

Die Erinnerungen erscheinen wie verzerrte Bilder in meinen Träumen. Dieser erschrockene Blick, wahrer als die Realität?
Mit dem Unverständnis der anderen bin ich alt geworden. Und der kleine Junge wird mir fremd. So fremd wie ein nächtlicher Traum am Tage im Licht..
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18
Jun
2015

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Grexit

Die Bildzeitung schreibt ihn ja angeblich schon seit Jahren herbei. Ich lese das bei Kommentaren zum Beispiel in der Zeit, aber nicht die Bildzeitung selbst.
Vielleicht ist das ja ein Fehler.
Das Chaos in den europäischen Gremien erinnert mich an die völlige Hilflosigkeit der DDR-Führung in den letzten Monaten dieses Landes. Damals konnte sich niemand vorstellen, dass wirklich die Mauer fällt, ist sie aber dann.
Welche Mauer aber in den nächsten Tagen die Bildzeitung einreißt, ist mir allerdings ein Rätsel.
Wird sich da in Europa eine Revolution auftun?
Ich glaube Politiker in Europa und in Griechenland wissen nicht, was sie tun. Nun ja.
Das Leben ist ansonsten vielleicht zu langweilig.
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Also geschrieben wurde...
smile, wie oft ich sie hier schon rein gesetzt habe,...
HARFIM - 6. Jul, 18:41
Diese Ansicht über...
sie ist keine Politikerin, eher so eine Erbsenzählerin,...
HARFIM - 28. Jun, 23:32
danke,
der Text ist natürlich eine satirische Zuspitzung,...
HARFIM - 26. Jun, 18:31
Grins, na der Kommentar...
ich denke, ich kenne die Verfasserin sogar real, so...
HARFIM - 26. Jun, 18:26
ach na ja,
für einen Verheirateten im Altersheim noch 'ne...
HARFIM - 25. Jun, 23:45

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