23
Apr
2014

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Milch (36)

hier 1... 35


36

Als Jakob gegangen war, saß Emma noch lange und ließ die kleine Betrunkenheit in sich abklingen,
sie fühlte sich dabei leicht und wohl. Das war die Beständigkeit des Lebens in ihr.
Es wurde schon dunkel, und sie dachte an Jakob und seine Geschichte...

1989 war er zwanzig Jahre alt und glaubte an die Weltrevolution, der er mit heißem Herzen dienen wollte.
Was unterschied ihn von Reinhard, der mehr als zwanzig Jahre früher von einer besseren Welt träumte? Er glaubte auch an eine Aufgabe, die er zu erfüllen hatte. Er wollte kein braves und angepasstes Leben führen. Noch nicht einmal mit ihr.
Sind Männer so beschaffen, fragte sich Emma still, unbedingt die Welt verbessern zu wollen?
Oder war es die Gesellschaft, die ihnen dieses einredete wie ein böses Gift, wie das Rauschgift einer Religion. Missionieren wollen.
Der eine auf dieser Seite, und der andere gegenüber. Und jeder fühlte sich im Besitz der seligmachenden Wahrheit für eine bessere Welt.

Jakob wollte ein Jagdflieger in der Armee werden, er war Soldat noch in der Ausbildung als die Wende und der Untergang des Staates ihn traf wie der Hieb eines zweischneidigen Schwerts.
Sie hatten ihm beigebracht, dass die Mauer ein antifaschistischer Schutzwall war, und er wollte natürlich gegen die Faschisten kämpfen. Er und seine Kameraden fühlten sich doch als Elitesoldaten für eine bessere Welt.
Dann hörten sie im Radio, sahen heimlich fern, sahen die Demonstrationen der Menschen, und die Irritation flackerte in den Augen ihrer Politoffiziere. Die älteren Offiziere redeten vorsichtig von Fehlern der Partei- und Staatsführung. Und Jakob dachte darüber nach, ob er das seinem Vater im Ministerium berichten müsste.
Der Mauerfall traf die Eliteeinheit wie eine Bombe mitten ins revolutionäre Herz.

Sie hatten Wein getrunken und Jakob erzählte fast fünfundzwanzig Jahre danach seiner alten Tante diese Geschichte, dabei lächelnd, aber mit einem leichten Schmerz in den Augen. Sie hatte nur zugehört.

Er musste zu seinem Vorgesetzten, der ihn bat, Platz zu nehmen und den Telefonhörer reichte.
Wie mag ihm wohl zumute gewesen sein, als er die Stimme seines Vaters hörte:
„Jakob, deine Mutter hat sich erschossen.“

Jakob hatte gesagt: „Ich war von diesem Moment an selbst wie tot.“

Emma hatte geschwiegen. Dann goss sie Wein nach.

Jakob wurde vorzeitig entlassen, die Offiziere unterhielten sich lautstark über die Karriereaussichten in der Bundeswehr, schüttelten ihm die Hand , klopften ihm auf die Schultern und gaben ihm zum Schluss mit auf dem Weg, das Leben geht weiter...

Emma schaute sinnend in das dunkle Zimmer und hatte keine Regung in sich, das Licht anzuschalten. Sie stellte sich vor, ihre Cousine Waltraud setzte sich in den Sessel und fragte:
„War der Junge bei dir?“
„Ja“, antwortete Emma, „er war hier.“
„Dein Reinhard hätte da wohl gejubelt?“
Emma ließ die Frage in sich nachklingen und fand keine Antwort. Sie wusste es nicht.
Sie wusste nur eins, wohl dem Land, das keine Helden braucht.
„Jakob lebt und ist wohlauf“, sagte sie still in ihrer Vorstellung, „du hättest dir nicht das Leben nehmen müssen.“

Sie saß lange im Dunkeln und war wieder allein.
Jakob hatte sich tatsächlich an seine Frage erinnert, ob die Tante denn an Gott glauben würde.
Nein, sie hatte nun dem großen Jakob erklärt, dass sie auch damals nicht an einen Gott glaubte, nur dass nicht alle Menschen dumm sein müssen, die es tun...
Er hatte genickt, dass er das schon verstehe.

Er selbst war für drei Jahre in ein Kloster gegangen... was seine alte Tante dann doch verblüffte.
Sie hatten da vor allem geschwiegen und Gartenarbeit geleistet.
Emma lächelte und dachte, die Menschenfischer verstehen ihr Geschäft.

Anschließend hatte Jakob Musik studiert, eine afrikanische Frau kennen gelernt, sie geheiratet, zwei Jahre später war sie gestorben.
Da war die zweite Flasche Wein ausgetrunken.

Emma saß und dachte nach.
Was für eine Begegnung?
Sie ging früh zu Bett.
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Unsere lieben Kinder

Kürzlich las ich in der Berliner Zeitung einen Artikel, der auch bebildert war.
Eine Frau in den mittleren Jahren, eine erfolgreiche Managerin schrieb über ihr Familienleben, das von einer Mutter mit Kleinkind handelt, das keinen Vater hat bzw. der Vater ist ein anonymer Spender. Ich glaube, der Artikel hieß sogar "Geliebtes Halbwesen" und war wohl als Antwort auf die "Skandalrede" dieser Schriftstellerin gedacht.
Die Bilder zeigen eine erwachsene Frau, die gewissermaßen glüht vor Liebe und ihr kleines Würmchern ansieht als habe sie eine Gotterscheinung. Das Würmchen ist so drei oder vier Jahre alt und macht auch immerzu ein glückliches Gesicht, was ja verständlich ist, wenn man in diesem Alter angebetet wird.
Der Morgen beginnt, indem die Mutter dem Würmchen eine Tasse Kakao ans Bett bringt und dann aus einem Bilderbuch vorliest, so geht es den ganzen Tag.
Der Vater des Kindes ist nicht existent, weil die im Berufsleben sehr erfolgreiche Mutter schon in den Dreißigern keinen passenden Mann gefunden hat für dieses Erfolgsprojekt, also real... Sie hat dann wohl in Dänemark aus dem Katalog passende Augenfarbe, Körpergröße, IQ-Quotient und so was ausgesucht und sich besamen lassen. Da gibt es je nach Einkommen verschiedene eigentlich recht unangenehme medizinische Eingriffe, die es aber der Sache wert sind, wenn man den Gottesbeweis dann hat...

Bei uns gegenüber haben sie eine sogenannte Luxusimmobilie errichtet, sie werben unter anderem damit, dass der Abstellraum für die Kinderwagen beheizt ist.
Na ja, da könnte diese Familie gut wohnen.
In der Krippe beginnt dann womöglich die drei- oder viersprachige Ausbildung je nach Einkommen.

Wie sehen die Kindergeburtstage aus?

Lesen Sie hier

hier

Falls Sie eine Hartz4 Familie sind, jammern Sie nicht rum wegen Ihrer Balgen... irgendeiner muss das ja auch schließlich bezahlen, oder?
Neulich zum Beispiel war ja in den Nachrichten von einem Anwalt die Rede, der Angestellte mit einem Stundenlohn von nicht mal 2 Euro entlohnte, sie konnten aufstocken :-) mit Hartz 4.
Nein, die Mutter mit dem geliebten Halbwesen war es nicht.

PS es war ein Artikel in der "Zeit"

hier
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22
Apr
2014

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Tagesschau mit neuem Studio

Sie haben mehrere Jahre dafür gebraucht. André Mielke erklärt in der Berliner Zeitung, was nun alles möglich ist :-)
Ob der Autor verwandt ist mit Erich Mielke weiß ich nicht, aber er scheint das System entlarven zu suchen, vielversprechend *gg*

hier
17

20
Apr
2014

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Auch eine Ostergeschichte

Wer wie ich der Ansicht ist, das größe Übel in dieser Welt sind die Kirchen und die Religionen, wird sich bestätigt fühlen, lesen sie passend zum Osterfest dieses

hier

wer nicht der Ansicht ist, möge weiter beten.

Ein frohes Osterfest wünschend und einen möglichst klaren Kopf dazu

Ihr blogbetreiber :-)
114

18
Apr
2014

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Heidelinde am Gründonnerstag - eine kleine Ostergeschichte

Es war nur ein Regenschauer gewesen, der über die Stadt huschte wie ein kurzer und eigentlich freundlicher Gruß des Wettergottes. Jetzt war die Luft wie gewaschen und der Himmel, über den dicke Wolken zogen wie Schneebälle so weiß, zeigte sich an den klaren Stellen von einem tief satten Blau. Die Sonne leuchtete dazwischen auf , als wolle sie das Bild von einem fröhlichen Tag vollkommen machen.
Hanns-Joachim atmete ein und aus und roch den Frühling.
Der Kellner kam und rollte die Markise über den Tischen ein.
Er lächelte und sagte während er an den Kurbeln drehte.
„Das Essen kommt gleich.“
Hanns-Joachim sagte:
„Wir haben keine Eile“, und lächelte ebenfalls.
Die Frau kicherte und bemerkte:
„Uns hetzt ja keiner mehr.“
Der Kellner nickte und ging wieder hinein.
Warum die Frau auch etwas sagen musste, war ihm schon klar. Frauen sind so, sie müssen immer ihren Senf dazu geben. Wenn sich zwei Männer über irgendetwas austauschen, sagt eine anwesende Frau immer auch was, selbst wenn es keine Neuigkeit ist, dachte er.
Und dann, o Gott, zum Glück kann sie keine Gedanken lesen, sie würde mich echt als Chauvi einstufen.
Es gibt eine ganze Menge Frauen, die Gedanken lesen können. Zum Glück täuschen sie sich in den meisten Fällen.
Die Frau schaute ihn mit leuchtenden Augen an, ihre Gesicht war eine einzigartige Glückslandschaft.
Hanns-Joachim wusste natürlich, warum sie so glücklich war.
Wegen der Nacht mit ihm.
Sie gehört in eine Altersgruppe, in der man nicht unbedingt noch mit solchen Überraschungen rechnet, dachte er, grinste, nestelte nach Zigaretten und zündete sich eine an.
Er schaute die Straße hinab, in der Mitte zog sich ein breiter Streifen mit einem Fußweg und Parkbänken lang, der am Ende in einen runden Platz mündete, auf dem eine Kirche stand. Die Turmspitze der Kirche funkelte golden in der Sonne und er dachte, in diesem Stadtteil war ich schon mal, aber das muss zwanzig Jahre her sein. Aber es musste sich hier um einen Stadtteil des ehemaligen Ostberlins handeln. Also politisch gesehen, geographisch ist es immer noch der Ostteil der Stadt, dachte er.
Schon erstaunlich, dass es so viele Kirchen gab und gibt, wo doch angeblich alle Bewohner Atheisten waren.
„Die letzte Nacht war für mich ein Geschenk des Himmels“, sagte die Frau.
Hans-Joachim sah sie an. Sie heißt Heidelinde, fiel ihm zum Glück eine.
Er grinste wieder.
„Ist das okay, wenn ich dich Heidi nenne?“ fragte er.
Jetzt lachte sie herzhaft, was echt fröhlich klang.
„Ja, das ist okay“, sagte sie, „das hast du schon die ganze Nacht so gemacht, und ich nenne dich Hajo.“
Er stutze.
„Hajo? In der Nacht hast du mich aber anders genannt.“
Die Frau zwinkerte ihm zu.
„Wie denn?“
„Mein Heiland.“
Sie lachte lauthals.
„Bist du sicher, dass ich dich gemeint habe oder nur dein gutes Stück.“
„Ein Gottesgeschenk?“
Sie kicherte.
Hanns-Joachim kannte das schon. Wenn die Frauen in die ältere Liga rutschten, wurden sie meist ein wenig ordinär. Diese hier war wenigstens noch witzig. Weil sie meinen, alle Männer sind eh Schwanz gesteuert, ergehen sie sich nach dem Geschlechtsakt meist in lobende Beschreibungen seines sogenannten besten Stückes.
Junge Frauen sind da diskreter, zumindest nach dem ersten Mal.
Er schaute wieder zur Kirchturmspitze.
„Bist du eigentlich gläubig?“ fragte er.
„Nein, wie kommst du darauf? Wir sind im Osten alle Heiden.“
Er lehnte sich etwas zurück.
„Na, Gott sei dank. Ich dachte nur, weil du religiöse Metaphern benutzt...“
Heidi lachte.
„Nein, nein, obwohl nun im Westen immer Karfreitag das Wetter schlecht wird und Ostersonntag die Sonne scheint, in der DDR war der liebe Gott marxistisch, da war immer am ersten Mai sonniges Wetter.“
„Der liebe Gott ist halt auch nur ein Opportunist.“
Heidi sah ihn.
„Wie nennen dich eigentlich deine Freunde?“
Er bläst den Zigarettenqualm in den Himmel.
„Ach, einige nennen mich Friedrichs, von früher noch.“
Sie guckt spöttisch.
„Wegen Hanns-Joachim Friedrichs?“
„Ja, kann nichts dafür“, er machte ein wegwerfende Handbewegung.
„Och“, sagt Heidi, „passt schon.“
„Ich erkläre dir aber jetzt nicht die Krise in der Ukraine...“
Sie lächelt.
„Er fehlt uns.“
Sie schwiegen ein wenig und sahen in die heitere Straße wie müde Kinder nach dem Spiel, glücklich und entspannt.
„Ostersonntag wird also die Sonne scheinen.“
„Bestimmt“, sagte Heidi.
„Ich gehe in den Tierpark“, sagte er.
Sie überlegte und lächelte so nach innen.
„Ostersonntag ist die Auferstehung des Herrn“, sagte sie dann.
„Aber nicht die Ausgießung des Heiligen Geistes“, antwortete er und grinste.
Sie schien zu überlegen.
Eine Wolke schob sich vor die Sonne. Er wartete.
„Tierpark wäre nicht schlecht“, sagte sie schließlich.
Hanns-Joachim dachte, sie ist definitiv die Beste, die ich bis jetzt im Internet kennen lernte.
„Wir können uns ja am Löwenkäfig treffen“, sagte er und drückte die Zigarette aus.
Der Kellner brachte Essen und Getränke, die Sonne schien schon wieder.
Natürlich lachte er nur der Frau zu und wünschte einen Guten Appetit. Als wäre Hanns-Joachim gar nicht anwesend.
So ist das Leben.
„Guten Appetit, Friedrichs“ sagte die Frau und prostete ihm zu.
„Danke, gleichfalls, Heidi“, sagte er.
Das Essen war für den Osten ganz okay.
Sie aßen und tranken den Wein.
Zwischendurch fragte er:
„Um elf ?“
„Sonntag am Löwenkäfig?“ fragte sie.
„Ja“, sagte Friedrichs.
Und dachte, was für ein schöner Tag. Was für ein schönes Ostern?
Plötzlich sagte Heidi:
„Morgen wird der Herr gekreuzigt. Vielleicht rufst du mich ja an und erzählst mir, dass dein Vater plötzlich gestorben ist und du nach Hannover oder weiß ich wohin fahren musst...“
„Hör auf“, sagte Friedrichs kauend, “ein Mann zeichnet sich dadurch aus, dass er zuverlässig ist, wenn es darauf ankommt, ich werde um elf Uhr da sein.“
„Ja, Friedrichs“, sagte sie, lächelte und kaute, und nach eine Weile:
„schmeckt gut.“
Die Kirchturmspitze funkelte golden.
Auf einmal setzte Glockengeläut ein. Gründonnerstag ritt der Herr auf einen Esel in die Stadt ein und das Volk begrüßte ihn mit Palmen wedeln.
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Putins Meisterstück?

Ich weiß nicht, gegen ihn wirken ja alle westlichen Politiker wie Anfänger :-)
Mir ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken, aber dem Schaumschläger und Drohneneinsetzer und Datenagent Obama möchte ich auch nicht (mehr) folgen.
Nun ja, die Hoffnung stirbt zum Schluss. Und die Hoffnung heißt Frieden.
Gestern gab es in Genf angeblich einen Durchbruch.
ARD und ZDF, die sonst bei jedem Pups, der Angst und Drama verspricht, Sondersendungen bringen und zwar seit Monaten schon, war dieser Tag keine eigene Sendung wert. Es ging ja auch um nichts weiter, als dass die Ukrainer auf einen friedllichen Weg finden könnten.
Das ist nicht so lukrativ für die Medien wie Tote und Blut, merde.

Lesen Sie

hier
37

15
Apr
2014

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Die Lage in der Ukraine

ist undurchschaubar geworden. Ich glaube keinem der Scharfmacher, weder den deutschen Journalisten als Sprecher der Regierung, noch den recht zahlreichen prorussischen Kommentatoren im Internet. Natürlich stirbt die Wahrheit zuerst. Sie haben alle den Verstand verloren, Putin und Obama und ihre Vasallen, sorry.
Es mag sein, dass in 100 Jahren Historiker darum streiten, wie der 3. Weltkrieg begann, ich werde das nicht mehr lesen und kann nur als einzelne Stimme sagen:

Ihr seid bekloppt!

hier

oder

hier

Das sollten Sie lesen:

hier
36

14
Apr
2014

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Frühlingsgefühle

Es riecht im Park unter den Bäumen und über dem Rasen schon nach Frühling, dass man meint besoffen zu werden, entweder von ungestillter Sehnsucht oder aber mit jubilierendem Herzen.
Das ist das Auf und Ab der Jahreszeiten und der Gefühle der Kreaturen, selbst eine Katze maunzt und klagt, wie ergeht es erst den Menschen.
Wenn Sie in einer glücklichen Beziehung sind, genießen Sie es und wenn nicht, denken Sie an Kästner:
„Sei traurig, wenn du traurig bist
und steh' nicht vor deiner Seele Posten,
den Kopf, der dir ans Herz gewachsen ist,
wird 's schon nicht kosten.“

Oder so, grins, ich schlag da jetzt nicht nach.

Es ist ein Auf und Ab. Und so ist das Leben. Im dunklen Mantel frierend auf einer Bank unter Regenwolken sitzen und sich so allein und einsam fühlen, während alle anderen doch so glücklich sind.
Oder barfuß über Wiesen tanzen im Sonnenschein und den Vögeln winken und nicht auf die Trauersäcke am Rande schauen.
Denken Sie daran, alles ist vergänglich, nicht nur die guten Zeiten, auch die schlechten.
Man muss es genießen können und manchmal einfach nur aushalten.
Und selbst im Alter, man wächst mit allem.

Malte Wedding ist der Liebesexperte der Berliner Zeitung. Lesen Sie, wenn Sie Langeweile haben, wie es anderen so geht.

hier

smile, vielleicht ist ja für Sie etwas passendes dabei.

Oder noch besser:
Machen Sie die Kiste aus und gehen Sie in den Park :-)
68

12
Apr
2014

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Bevor er einschlief ... Traum- und Einschlafttext mit Katze... (bearbeitet)

Bevor er einschlief, drehte er sich auf die Seite und zog die Bettdecke über den Kopf, denn er wollte allein sein.
Doch er war angeblich allein, nur die Katze schlich durch die Wohnung als wäre sie ein Tiger auf der Pirsch. Das war nicht die Katze, weswegen er sich die Bettdecke über den Kopf zog. In der Dunkelheit sind auch andere Wesen unterwegs und manchmal anwesend, dessen war er sich sicher. Er wollte nicht im Schlaf beobachtet werden, auch sollte ihm niemand die Träume stehlen… manche Menschen sind wie Vampire und stehlen Träume, um Macht zu gewinnen, weil für sie das Leben ein Kampf war um Macht und Niederlage, Macht über ihn und seine Gedanken und wenn es ihnen nicht gelingt, beginnen sie zu hassen, sie denken sich dazu einiges aus, um ihn zu verletzen und zu töten, sie suhlen sich in Mordgedanken wie Schweine im Dreck… so lag er und zog sich nicht nur die Dunkelheit, sondern auch noch die Bettdecke über den Kopf.
Und schützte sich wie in einem Kokon.
Dann fiel ihm ein, dass seine längst verstorbene Liebste immer in der gleichen Stellung eingeschlafen war, wie er jetzt. Ihre Gebete waren wie Gespräche mit ihrem Gott, hatte sie ihm einmal lachend verraten. Obwohl er an keinen Gott glaubte, hatte er ihr nie ihren ausreden wollen. Und sie wollte ihm nie einen Gott einreden. Sie lebten sozusagen in friedlicher Koexistenz zusammen… sie wollte keine Macht über ihn und umgekehrt er auch nicht über sie…und darum waren sie so glücklich, dass diese Frage unwichtig wurde für sie beide.
Ob es einen Gott gäbe nämlich und irgendeine Übersinnlichkeit.
Sie waren glücklich im Jetzt und Heute.
Vielleicht treffe ich dich ja, dachte er einen Moment lang und lächelte… und atmete gleichmäßig… und träumte...

Er sah ein Mädchen unter einer Weide allein an einem Fluss sitzen.
Die Sonne warf Hände voller glitzernder Sterne über die leichten Wellen, die leise singend plätscherten.
Ein Lied von der Liebe.
Von der Liebe ohne Gewalt und Macht und Aggression, ohne Besitz, ohne Fragen, die nichts weiter als verletzen wollen. Diese Liebe kannte keinen Hass, selbst wenn sie nicht erwidert wurde... diese Liebe forderte nichts.
Vom Einssein mit dem Fluss, der Weide, mit dem hellen Himmel darüber und der Sonne in der Mitte. Andere Kinder spielten weiter unten am Wasser...

Das Mädchen hatte einen sehr abwesenden und ernsten Gesichtsausdruck und ganz dunkle Augen. Trotzdem ging ein gewisses heiteres Leuchten von ihm aus.
Er näherte und fragte sich, ob das Mädchen schwarz wäre, eine kleine Afrikanerin, obwohl er doch schon ihre dunklen Augen erkannt hatte wie in einem Wiedersehen, erkannte er nicht ihre Hautfarbe… er setzte sich neben das Mädchen und wollte seine Hand ergreifen, als eine Begrüßung sozusagen… da war es plötzlich verschwunden...

Und er lief an einem Fluss in der Stadt entlang. Auf der entfernten Straße waren viele Menschen unterwegs, die meisten in Autos. Es herrschte eine gewisse Hektik.
Auf einmal wusste er, dass er zum Bahnhof lief, um abzufahren und endgültig die Stadt zu verlassen. Er war nicht der einzige, aber der einzige, der unten am Fluss entlang ging, als wäre das sein Privatweg.
Der Zug stand schon bereit. Es spielten Blasorchester, für jeden Abreisenden ein eigenes, und es herrschte ein allgemeines Abschiednehmen, ein Umarmen und Küssen, und auch Weinen. Nur er war allein und hatte kein Blasorchester.
Und musste auch nicht weinen um Niemanden, den er zu verlassen hatte.
Jeder der anderen Reisenden hatte um sich eine Menschentraube wie Bienenhaufen. Und die Musik und die anderen Geräusche schwirrten herum wie Gesumme der Insekten.
Heimlich stieg er ein.
Dann fragte er sich, ob das hier die Transsibirische Eisenbahn wäre.
Der Zug setzte sich in Bewegung. Er lief durch die Gänge, alle Abteile waren besetzt. Manche winkten ihm, sich dazu zu setzen, aber das wollte er nicht. Die Menschen wirkten so geschäftig und so gewöhnlich.
Schließlich kletterte er über Kisten in dem Gepäckwagen. Durch eine kleine Luke konnte er eine Grassteppe sehen. Er fand eine Höhle zwischen den Kisten für sich allein.
Der Zug ratterte auf den Schienen und das klang wie ein Schlaflied.
Er hockte da auf den Bohlen, die Arme über den Knien verschränkt, legte den Kopf darauf und genoss das ungestörte Alleinsein.
Wenn ich ankomme, dachte er, ob da eine Blaskapelle für mich spielt?
Will ich das überhaupt?
Vielleicht ein Stück heitere Klassik, überlegte er, wenn er die Wahl hätte...
Da wurde er wach und lag auf dem Rücken. Es war total finster wie im Weltall vielleicht, hinter der Unendlichkeit. Und er war wirklich allein, keine Geisterwesen waren da, das wusste er.
Nur irgendwo die schlafende Katze.
Ihm fiel ein, dass er mit seiner Liebsten einmal unter einer Weide an einem Fluss im Spätsommer gesessen hatte. Sie war todkrank und schwach, aber noch bewusst anwesend. Sie hielten sich an der Hand und schauten aufs Wasser und die Welt war unwirklich schön und friedlich… und es war bald der Herbst des Abschieds, das wussten sie, die Sonne funkelte, Nebel trieben übers Wasser wie Träume, das Laub begann bunt zu werden.
Jetzt möchte ich noch einmal einschlafen und das Mädchen finden, er lächelte in die Stille, aber es gelang ihm nicht… obwohl er so neugierig war.
Von da an blieb er unsichtbar. Und niemand vermisste ihn...
Er schlief fest und traumlos als hätte ihn jemand verwunschen. Bis er wach wurde, weil die Katze seine Hand leckte. Er lächelte und schlief wieder ein…
Bis es endlich hell wurde, da stand er auf, sah aus dem Fenster und entdeckte, dass es schon Frühling geworden war.
Und er lächelte, die Katze maunzte.

Als er endlich wach wurde, war alles still ringsumher. So ein Frieden. Er war allein und frei von allen Menschen.
Und er fühlte in sich einen Strom der Zufriedenheit.
Er fühlte sich ausgeschlafen und ausgeträumt, und er fühlte sich gut.
43

10
Apr
2014

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Ein unsägliches Buch

Harald Jähner schrieb in der Berliner Zeitung darüber

hier

Ich hatte schon die "Zeit"kritik verlinkt

hier,
die mich verblüfft hat, gerade weil der Redakteur dort den Vergleich mit Hitlers "Mein Kampf" brachte.
Das provoziert eher dazu, es zu lesen.

Die Berliner Zeitung hat nicht mit Kanonen nach Spatzen geschossen, aber man bekommt besser einen Eindruck von diesem "Stammtischniveau" durch die deutlichen Worte des Readkteurs.
Wie geht man mit sowas um?
Man denke auch an Sarazins Ergüsse, der mit der Statistik hantiert wie es ihm in den Kram passt... ich denke, wir müssen das Zeug aushalten und aufklären, oder.
Bilden Sie sich selbst ein Urteil.
42

Milch (35)

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35

Jakob also.
Emma hatte sich früher oft gefragt, warum seine Eltern diesen biblischen Namen gewählt hatten, aber auch diese Frage für sich behalten.
Sie stellte nicht gern Fragen.
Er saß da und sah sie an, und in seinen Augen erkannte sie immer noch den kleinen Jungen von einst wieder. Sie lächelten beide. Ja, sie waren sich nach fast vierzig Jahren noch auf eine eigentümliche Weise vertraut, aber Emma hatte keine Verwandtschaftsgefühle, obwohl sie doch von einem Blute waren wie es so schön heißt.
Sie fühlte die Wirkung der Tabletten und im Bauch war kein Schmerz und kein Drücken.
Sie hatte ihm vom Bäcker Mohnkuchen gekauft, früher aß er so gern den Kuchen, den sie selbst gebacken hatte.
„Mh, Mohnkuchen“, sagte Jakob und ließ offen, ob er sich auch erinnerte.

Emma wartete.
Jakob lehnte sich zurück und sah in die Runde, als würde er eine Kamera halten und die ganze Wohnung filmen wollen.
„Doch“, sagte er, „ich erinnere mich schwach, aber vieles ist total anders.“
„Du warst sechs Jahre alt, als du das letzte Mal hier warst, inzwischen bist du fünfundvierzig, oder.“
Jakob hatte schon gelichtete Haare, aber fuhr sich mit der Hand hindurch wie früher als Kind durch den dichten Schopf, wenn er eine schwierige Frage behandelt wissen wollte.
Emma erinnerte sich an diese Geste und fühlte sich irgendwie heiter.
„Ja, fünfundvierzig bin ich – beinahe, aber -" er zögerte und sagte dann, „ aber Tante Emma, weißt du, wie viele Jahre ich noch von dieser Wohnung geträumt hatte.“
Emma sah sich zweifelnd um.
„Es wurde so viel geändert in der Wohnung, acht Jahre nach der Wende wurde das Haus rekonstruiert, das war eine schwierige Zeit, drei Jahre lang lebten wir quasi auf einer Baustelle...“
„Die Wohnstube ist jetzt riesig, das waren doch damals zwei Zimmer, glaube ich fast“, bemerkte Jakob und zeigte sich äußert interessiert.
„Ja, das stimmt, ein kleines Zimmer war abgeteilt.“ Emma dachte, damals hielt ich dort Reinhard versteckt.
„Damals schlief ich in dem kleinen Zimmer, wenn ich hier war“, sagte Jakob.
Er kannte den Reinhard gar nicht, dachte Emma und sah ihn lächelnd an, das war ja fünf Jahre später.
Jakob schien über etwas nachzudenken.
Sie ließ ihm Zeit.
Auf einmal hellte sich seine Miene auf und sein etwas blasses Gesicht leuchtete, als hätte er einen besonders guten Einfall.
„Hast du nicht noch einen Teddy von mir, den ich immer zum Schlafe brauchte, wenn ich hier übernachtete“?
Emmas Lächeln ging in ein Grinsen über.
„Jakob, du wirst doch nicht etwa sentimental werden?“
Er lachte eine Spur verlegen.
Und ab dann waren sie sich wieder vertraut und verwandt. Das Blut ist es nicht allein.
„Vielleicht habe ich ja noch einen Teddy in den Tiefen meines Schranks versteckt“, sagte Emma, „ich gucke mal bei Gelegenheit nach.“

Sie gingen in die Stube, um Wein zu trinken. Auch Jakob hatte eine Flasche mitgebracht.
Er erzählte ihr alles, was seit seiner Kindheit vorgefallen war. Sie tranken und Emma hörte zu.

Jakob war damals sehr wütend gewesen, als Emma, seine Patentante auf einmal aus seinem Leben verschwunden war als wäre sie zu einem Geist geworden, und er hatte es schon verstanden, dass irgendwie sein Vater den Streit vom Zaune gebrochen, der schützend vor seiner Tante gestanden hatte und dass dann sein Herz gebrochen wurde, und Emma warf ein, meines auch.
Jakob war so wütend, dass sich seine Eltern Sorgen machten. Schließlich kauften sie ihm ein Klavier und brachten ihn in einer Musikschule unter, denn er sprach immer wieder vom Klavierspiel der Tante, das ihm so fehlte.
Er lernte selbst das Spielen und versöhnte sich so mit der Situation.
Nach und nach gewannen seine Eltern den Einfluss über ihn, und er entwickelte sich zu einem vorbildlichen Pionier.

„Und zum Klassenkämpfer“, sagte Jakob grinsend und hob das Glas, Emma prostete ihm lächelnd zu.
Jakob zögerte etwas.
„Weißt du wie mein Vater immer von dir sprach?“
„Nein“, antwortete Emma, stutze, „sag es mir.“
„Deine Cousine, die Renegatin“, sagte er zur Mutter, „wenn von dir die Rede war...“
Emma lachte auf.
„Renegaten nannte man doch immer Stalins Gegner aus den eigenen Reihen.“
Er lachte nun auch.
„Ja, die Renegaten kommen immer aus den eigenen Reihen und sind die schlimmsten.“
Emma war schon ein wenig betrunken.
„Tja“, bemerkte sie, „dabei tauche ich weder zu einer Jüngerin irgendeiner Lehre noch zu einer Ketzerin.“
„Mein Vater ist immer noch ein Stalinist.“
„Er lebt noch! Er muss über neunzig Jahre alt sein.“
„Ja, er lebt in einem Heim, ist dement und singt ab und an Kampflieder aus der ruhmreichen Zeit.“
Emma schwieg.
Dann sagte sie.
„Das ist ja traurig.“
Und drehte das Weinglas nachdenklich in der Hand.
Jakob erzählte weiter.
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